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von allen motiven, die während der letzten wochen
meine finger beschäftigten, berührt mich dieses
am nächsten und nachhaltigsten.
wie oft ich es auch anschaue,
jedesmal fließen tränen.
soweit ich es ertragen konnte,
hab ich mich immer wieder dem gestellt,
was es in mir auslöst.
bis ich es heute erstmals formulieren konnte:
es herrscht ein eklatanter mangel
an zärtlichkeit in dieser welt.
ja, ist ziemlich allgemeingültig formuliert
und hat natürlich ganz persönliche wurzeln.
aber letztendlich bin ich ja nur bestandteil
der welt, in der ich lebe und die ich wahrnehme.
und weiß, wie lange und intensiv
ich schon versuche, ihr zärtlichkeit einzuhauchen,
auf dass sie selbst welche entfaltet.
an vielen orten ist mir das gelungen,
nicht jedoch dort, wo es mir am wichtigsten war:
in partnerschaften.
die eine wie die andere ein fass ohne boden,
das sämtliche zärtlichkeit schluckt,
als sei diese nur selbstverständliches beiwerk.
ich lehne es ab, aufzurechnen.
aber man kommt nicht immer um bilanz herum.
und die meine macht mich arg traurig:
viel gegeben, wenig erhalten.
grobheit geerntet, die annahm,
es ginge nur um's geben
und nicht um was und wie.
und jede menge aufmerksamkeit,
die nicht wirklich mir,
sondern nur eigenem begehren galt.
keine hingabe, keine beständigkeit,
kein stroh zu gold spinnen
hat je dazu geführt,
dass ich solche zärtlichkeit erhielt,
wie ich sie offenkundig verschenkte.
dass ich es tat, beflügelte
und diente ansonsten zur festigung
von anspruchshaltung.
ich malte blühende bäume auf empfängliche haut,
pflanzte Blütenkussbeete,
schuf bilder meines liebens in allen farben.
ich lernte sogar, pornographisches
mit stil und seele zu erzählen.
auf schritt und tritt ging ich mit,
wohin auch immer der weg führte -
sehr weite strecken dort,
wo es mich wegen fremdbedürfnissen
nicht mal geben durfte.
eine frau, die nichts kostet, taugt nichts.
so wird es wohl sein.
es macht mich sehr traurig,
dass geben tatsächlich so arm machen kann.
ich will das nicht mehr.
will meine zärtlichkeit nicht mehr behandelt sehen,
als sei sie grabbeltisch,
an dem man sich bedient und dann geht.
es tut mir weh. immer mehr.
und es beraubt mich.
es ist schrecklich, wenn man zärtlichkeit
nur noch geben kann, nicht aber sagen,
dass man ihrer bedarf,
weil einem der glaube abhanden kam,
dass es sie auch für einen selbst geben darf.
ich will keine liebe mehr,
die grausam mit mir spielt,
sich beliebig meiner zärtlichkeit bedient
und mich dafür zeiht,
dass sie anderswo mit dem punktet,
was ich offenen herzens schenkte.
ich liebe und bin frei.
niemand hat das recht,
meine liebe und freiheit zu missbrauchen
und mich im gegenzug dafür zu bestrafen.
niemand.
und weil das so ist und ich mittlerweile weiß,
dass ich nicht nur sehnsucht nach,
sondern auch recht auf zärtlichkeit haben darf,
verweigere ich mich jedem,
der grob zu meinem fühlen ist.
besonders dort, wo ich so tief liebte,
dass mir jeder gedanke an bilanz schmählich erschien.
ich gönne von ganzem herzen glück.
aber ich möchte auch endlich glücklich sein -
über wurstzipfelmoment hinaus.
war ich nämlich noch nie.
und an mangelnder bereitschaft
hat's wahrlich nicht gelegen.
soviel ehrlichkeit möchte sein.
lange genug stand ich im dienst fremden traums.
jetzt löse ich mich und finde dabei zu meinem.