manati-tales

eifer sucht

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Guten Morgen, Frau Manati. Lange her, dass wir zuletzt plauderten.

Wohl wahr. Was meinst du - ist das gut oder schlecht?

Ich denk mal, es ist, wie es ist. Und damit gut.

Wie geht's dir? Gibt's ein Thema des Tages?

Fein geht's mir. Nicht unbedingt jubelnd, aber dafür recht entspannt. Und Thema des Tages ist - wie könnt es anders sein - das Rätsel Mensch. Speziell der Aspekt Eifersucht.

Du bist akut betroffen?

Hm. Nicht in dem Sinn, dass ich eifersüchtig bin, als in dem, dass ich unverhofft gewahr wurde, woher eine gewisse Feindseligkeit rührt, die ich mir bislang nicht so recht erklären konnte.

Oh - ein erzürnter Verehrer?

Nein. Eher jemand, der so sehr auf sich fixiert ist, dass er stillschweigend erwartet, jeder, dem er seine Aufmerksamkeit 'schenkt', müsste ihn genauso wichtig nehmen. Verletzte Eitelkeit ist doch Eifersucht, oder?

Seh ich auch so. Und lass mich raten: Du hast dich unkonform verweigert?

Jepp. Und tu es noch. Abgesehen davon, dass es mich gerade als Thema beschäftigt. Ich lass mich doch nicht nötigen, nur weil jemand sein unerbetenes Quaken für Vertrauensvorschuss hält, den ich laut seiner Vorstellung dankbar zu honorieren verpflichtet bin. Soll er meinethalben bis zum Umfallen Jitterbug tanzen - je höher er dreht, desto stoischer wird mir.

Tststs ..... wie bitte vereinbarst du solche Haltung mit deiner sonstigen?


So, wie sonst auch: Was ich nicht will, das tu ich nicht. Die Alternative wäre, mich zu überwinden. Aber besagter Mensch ist mir sowas von unangenehm, dass es mich in Nöte stürzen würde, mich ihm auch nur einen Millimeter zu nähern.

Nun, warum solltest du dich dann dazu zwingen?

Eben. Doch leider sieht er es anders. Und handelt entsprechend.

Bedeutet was?

Er wird nicht müde, mich immer wieder anzugreifen. Unter Zuhilfenahme tragischer Selbstdarstellung und öffentlicher Verleumdung. Überaus lästig das. Außer .....

Außer?

Außer ich seh es unterm Aspekt der Herausforderung. Der ist zwar nicht wirklich gefällig, aber mehr kann ich dem ganzen einfach nicht abgewinnen.

Erzähl doch mal, worin die Herausforderung für dich besteht.

Ach, du weißt doch, wie das ist. Wenn man oft an einem Gartenzaun vorbeigeht, hinter dem chronisch kläffwütiger Dackel tobt, hat man zwei Möglichkeiten. Entweder bedauert man ihn und versucht ihn geduldig zu beruhigen. Oder man tut eben das Gegenteil. Soll heißen, ihn entweder gänzlich ignorieren oder immer mal wieder beiläufig in freundlichem Ton sagen: Na du elender kleiner Scheißer .....

Du willst dich demnach also nicht um Verständnis seiner Situation bemühen.

Verstehen tu ich die sehr gut. Aber ich mag sie nicht bedienen.

Indem du seine Wut bedienst, bestätigst du doch sein Raster.

Stimmt. Aber weißt du, mein Sendungsbewusstsein ist dbzgl. überschaubarer als meine Abscheu. Und diese Art Distanz darum der freundlichste gangbare Weg.

Ach komm, sei ehrlich - deine Stoik beschränkt sich doch auf's rein Äußerliche. Und wie ich dich kenne, bricht auch dort trotz größtem Bemühen immer mal wieder Feuer durch. Innerlich glühst du doch.


Du kennst mich eindeutig zu gut. Ich kann plumpe Nötigung auf den Tod nicht ausstehen. Und Winseln um Aufmerksamkeit schon gar nicht. Beides verhindert würdevollen Umgang miteinander. Niemand verlangt, dass jeder jeden mögen muss. Aber solchen Affenaufstand zu betreiben, weil man nicht akzeptieren kann, dass jemand kein Interesse an einem hat, finde ich einfach nur peinlich. Verstehst du - ich leide darunter, dass sich dieser Mensch so aufführt.

Sag bloß? Na, dann erreicht er ja sein Ziel, dich dafür zu bestrafen, dass du seine Erwartungen nicht erfüllst.

Das macht mich ja so zornig. Und egal, wieviel Abstand ich halte, der Dackel hört nicht auf zu belfern.

Bleibt demnach nur ein Weg: Hör auf, darunter zu leiden und genieß stattdessen das Spektakel. Ist doch nicht deine Peinlichkeit, die da inszeniert wird.

Eigentlich haste Recht. Obwohl das keine Haltung ist, die respektvollem Menschenbild entspricht.

Nun - Respekt wollte immer schon verdient werden. Oder kriegst du ihn nachgeschmissen, nur weil du menschliches Säugetier bist?

Nein, ganz bestimmt nicht. Und wie mir gerade aufgeht, haste ja eigentlich noch mehr recht. Einerseits empfinde ich zwar kein echtes Vergnügen an derlei Spektakel, andererseits sind die Kapriolen durchaus faszinierend. Mit seiner neuesten beschert uns der Gute steigende Besucherzahl. Vermutlich dachte er, wenn er geschickt dafür sorgt, dass möglichst viele hierherfinden, bräuchte er sich nicht mehr vorhalten lassen, nur er allein tratsche übern Gartenzaun. Aber wie es oft so ist mit in sich verstiegenen Synapsen - Naheliegendstes hat er dabei übersehen. Ich hab nichts gegen Besuch. Nicht mal, wenn ich mich mit dir unterhalte oder seltsame Herausforderungen annehme.

Na siehst du - wenn wir also von hausinterner Eigenheit Abstand nehmen, dass uns an Weniger mehr liegt, sieht die Sache doch ganz anders aus: Ohne dass wir darum baten, hat er uns Marketing geschenkt. Und wir brauchen nicht mal Danke dafür sagen. Jetzt behaupte nochmal, der Pursche habe keinen Unterhaltungswert .....


Irgendwie ist das Leben schon sehr faszinierend, hm?

Meine Rede ..... :o)

empfehlungsgebrubbel

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Naabend, Frau Manati. Man hat mir empfohlen, mich mit dir zu unterhalten. Und stell dir vor - außerdem noch, dass wir dabei 1-2 Flaschen Rotwein niedermachen sollen.

Gute Güte - wer empfiehlt denn sowas?

Jemand, der der Ansicht ist, dies wäre bei uns Usus. Oder aber - das vermute ich eher - puplikumsträchtigen Eindruck erwecken will, dass dem so sei.

Also mal wieder eine Charakterdebatte. *seufz*


Jepp. Und soll ich dir was sagen? Charakterdebatten sind und bleiben abgrundtief öde.

Du hast schon mehr als eine erlebt?


Kannst du aber annehmen. Überall, wo Menschen beteiligt sind, die meinen, es ginge im Leben um Rang und Namen, sind Charakterdebatten nur eine Frage der Zeit. Zumindest dann, wenn sich jene Position gegenüber sehen, die mehr Wert auf Gehalt denn auf Prestige legt.

Und wie gehst du mit dieser Art 'Gruppendynamik' um?


Ihr Name ist Legion und ebenso oft hab ich mich ihr schon verweigert. Wer meint, er bräuchte solche Haltung, um sich sicher zu fühlen, dem gönn ich die scheinbare Erfüllung seines Bedürfnisses. Mit mir hat solches Spiel jedoch nichts zu tun.

Weißt du, was mir dazu einfällt? Irgend ein kluger Kopf sagte mal, die Politik kranke am Fehlen eben jener Menschen, die Skrupel hätten, Politik zu betreiben.


So ist es. Deshalb sehe ich keinerlei Veranlassung, mich zu korrumpieren. Denk mal an die Hinterhofschöler. Es gibt viele darunter, denen ich temporär stärkend unter die Arme greife. Tu ich gern - im Bewusstsein, dass es Grenzen hat. Und es gibt einige, die wirklich profitieren - weil sie selbst es wollen und in mir jemanden finden, der sie dabei nach besten Kräften unterstützt. Daraus den Anspruch abzuleiten, ich könnte das Leben für's Gros grundlegend ändern, wäre plumpe Propaganda. So funkt das nicht auf dieser Welt. Wem an handfester Verbesserung liegt, der baut auf Realitätssinn und nicht auf emotionslastige Scheingefechte. Charakterdebatten zehren ausschließlich von letzteren. Sich so auf sie einzulassen, wie sie versuchen es vorzugeben, bedeutet seine Integrität zu verkaufen. Ohne Wenn und Aber.

Worin siehst du deine Aufgabe?


Och, das ist ganz einfach, weil klar überschaubar. Ich tu, was ich tu nach bestem Wissen und Gewissen. Und darum mit nicht unerheblicher Kompetenz. Da mir Rang und Namen am zarten Arsch vorbeigehen und es überall genug Handlungsbedarf gibt, werde ich nie arbeitslos. Wo ich bin, dort bin ich am richtigen Platz. Inhaltlich ernte ich jede Menge Früchte, formale sind und bleiben sekundär.

Und was gibt dein Wissen und Gewissen vor?


Das Wissen sagt: es gibt keinen Ort auf dieser Welt, an dem nicht Wasser des Lebens sprudelt. Des weiteren: wer diesem Ansatz folgt, der findet unweigerlich Wasser. Nicht pauschal überall - manche Quellen sind einfach zu tief - aber dank nicht nachlassender Suche an sehr vielen Stellen. Und gefundene Quellen kommen ausnahmslos allen zugute.
Das Gewissen sagt: Such Wasser - es gibt keine wichtigere Aufgabe. Und vertrau darauf, dass ganz viele Wasser suchen. Weil ausnahmslos alle es brauchen. Gemeinsam kann man es finden, gemeinsam davon leben. Wassersucherdiplome jedweder Art sind dagegen nur Beiwerk, das man sich allenfalls an die Wand heften kann. Entscheidend ist Wasser finden und Brunnen bauen.

Mach dir nichts vor - im Hinterhof und nicht nur dort bist du eine tragende und treibende Kraft bei der Wassersuche. Bedeutet dir das nichts?

Doch, es bedeutet mir viel. Zum einen die Freude darüber, dass mein Tun nicht nur inhaltlich, sondern auch offensichtlich Früchte trägt. Zum anderen liebe ich die Verantwortung. Ich gehe gern in dem auf, was ich tue. Und immer noch ein Stückchen weiter: auf den Weg bringen, möglich machen, nicht nur träumen, sondern tatkräftig realisieren - darauf und dazu steh ich. Was nutzen die schönsten Träume, wenn sie nicht Wirklichkeit werden? Man muss es einfach nur angehen, dann passiert auch was. Ein sehr befriedigendes und motivierendes Gefühl, zu erleben, dass etwas passiert, das allen Beteiligten bekommt.

Womit wir wieder beim Thema Führungsqualität wären. Du kannst sie nicht leugnen, egal, wie nonchallante du sie händelst.


Tu ich auch gar nicht. Der Witz ist nur der: ich brauche kein Aushängeschild, um zu tun, was ich tue. Sollte ich jemals eines kriegen, dann für das, was längst Wirklichkeit ist - der Unterschied zwischen Frucht und Versprechen. So einfach.

Spart eine Menge zwanghaft ehrgeizigen Stress, möcht ich meinen.


Du sagst es - Konzentration auf's Wesentliche. Mit aller Freude der inneren Überzeugung. Und Charakterdebatten sollen die führen, die meinen, nichts Wichtigeres zu tun zu haben. A propos - ich brauche noch ein Arbeitsblatt für morgen. Eins, das möglichst viel von dem enthält, was wir während der letzten Wochen abgegrast haben. Viel mehr können wir nicht mehr tun. Mir fällt einfach kein Thema mehr ein, das wir noch nicht beackert haben. Noch Pi mal Daumen drei Wochen Vertiefung, dann kann diese vermaledeite Prüfung gern stattfinden. Dann muss sie stattfinden, weil die Schöler sonst unterm Spannungsbogen zusammenkrachen.

Was für angenehme Sorgen ..... und anderswo wird derweil spekuliert, wieviel Rotwein du brauchst, um so zu sein, wie du von Natur aus bist ..... nee, wat poussierlich.

Wenn die Prüfung durch ist, können wir ja mal gucken, wieviel davon wir vertragen. Oder lieber nicht, wird einem nur schlecht davon. Aber Schlekt ist dann fällig - sachichdir ...... :o))

schockschwerenot

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naabend frau manati, gut dass du kommst. besser noch, dass es dich gibt.

ich grüße dich. klopapiertränenfeuchtabend? was ist los?


schwarze nacht. tiefschwarze. bis auf gleißenden schmerz, den ich theoretisch nicht spüren dürfte, weil der sich ja angeblich bei wachsendem bewusstsein von selbst erledigt. gestatte, dass ich kotze.

och, nur zu - wenn's hilft.

würde es, wenn ich's denn könnte. aber vermutlich erstick ich eher dran. was das zerreissgleißen kein bisschen sanfter macht.

also weißt du, die leute können ja viel erzählen. in sachen schmerzerfahrung bist du den meisten ganzes eckchen voraus. und hat nicht erich fried gesagt: zweifle nicht an dem, der sagt, er habe angst; aber habe angst vor dem, der sagt, er kenne keinen zweifel? so oder so ähnlich jedenfalls. ich denke mal, man kann die angst getrost durch schmerz ersetzen. wenn dieser sich rein kognitiv aufheben ließe - es gäbe schon lange keinen mehr. erzähl mir von deinem.

wo soll ich anfangen? leg deine flosse auf beliebige seite meines lebens und sie liegt richtig.

na, dich hat's aber böse erwischt. wenn du ihn nicht festmachen kannst, erzähl über ihn.

gute idee. das kann ich vielleicht, ohne dass er mich ganz in stücke reisst. vorhin kam mir das bild eines palastes. es ist kein schöner palast, sondern ein sehr bedrohlicher. er hat weite leere räume mit unnahbaren wänden. auf seine art sehr schön, aber eben auf eine weise, die mit dem leben nichts gemein hat. es ist ein toter palast, und er steht mitten in einer eiswüste. das einzige gebäude, was dort steht und wenn man nicht erfrieren will, muss man in ihm schutz suchen - obwohl man ganz genau weiß, dass er einem die seele raubt.

hm. klingt nach angemessener behausung für eine schneekönigin.


tja, das problem ist nur: es gibt keine schneekönigin. nur einen menschen, der nicht weiß, wohin sonst er sich wenden könnte. und dem bewusst ist, was er sich antut, wenn er dort unterkriecht. zwischenzeitlich musste ich an dantes inferno denken. kam mir richtig gemütlich vor.

auf wieviel fronten kämpfst du derzeit?


zwing mich nicht, sie zu zählen - würde mir im moment den rest geben. wie gehabt, innen und außen viel zu viele. reich mir doch bitte mal die rolle. und sag jetzt bitte nichts über selbstmitleid, sonst krieg ich womöglich sehr undisziplinierten koller. und auch über krankheiten und andere maleste, die man selbst auf den weg bringt, will ich nichts hören.

was willst du denn?

ich will nachhause. und es spielt keinerlei rolle, wo das ist und ob's das gibt. ich will nachhause - seit ich denken kann, will ich nur nachhause. und finde es nicht. alles ist überall, nur mein zuhause ist nirgendwo. erspar mir bitte hinweise darauf, dass man es in sich findet. mag ja alles sein, ich streite es gar nicht ab. aber verstehst du, in nächten wie dieser hilft das nicht. dann sitz ich in irgendeinem verlassenen winkel dieser blöden eishütte, die es gar nicht geben dürfte und weiß, dass jeder raum so feindlich ist, wie der, in dem ich grade bin. da ist sonst niemand. macht nicht mal sinn, zu weinen oder zu schreien, auch wenn man nichts lieber täte. frau manati, ich will einfach nur nachhause. warum geht das nicht?

ich weiß es nicht. wenn ich es wüsste, würde ich es dir sagen. aber ich weiß es wirklich nicht. nur eins weiß ich: wenn man wie gelähmt im winkel hockt und bis ins mark friert, muss man zu allererst da rauskommen. egal wie. erinnerst du dich? erfrieren passiert unmerklich.


ich weiß aber nicht, wo ich hin kann. es ist überall so kalt. sämtliche wärme ist weit weg. hier gibt's nur mich.

und mich - vergiss das bitte nicht. was hast du morgen vor?

kampftag. für den ich nicht mal halbwegs gewappnet bin, weil mich das ganze multimediazeug, das ich einsetzen soll, restlos überfordert. hatte vorhin gespräch mit der kollegin. am samstag treffen wir uns, um vernünftigen plan auf die beine zu stellen. sie erwartet, dass ich vorgehe - von wegen ausgebildete fachkraft und so. und lässt sich auch nicht davon abbringen, wenn ich sage, dass es für mich ebenfalls neuland ist. noch so ein fallstrick-acker. ich hab es so satt, immer vorzugehen. wieso nur geht das nicht in die köpfe rein, dass ich nur gleiche unter gleichen bin? warum ist es beständig mein part, allein fremdwege zu ebnen? ich will das nicht mehr - ich will verdammt nochmal endlich nachhause.

jetzt sag ich's doch: reiß dich zusammen. du hast keine andere option. niemand wird dir abnehmen, was deine aufgabe ist, niemand dich retten. dein kind nicht, deine lieben nicht, keine behörde und auch sonst niemand. was du vermasselst, ist vermasselt. also sieh zu, dass du es nicht vergeigst - egal wie. du gehst jetzt ins bett, heulst noch ein bisschen, schickst bestellung an den himmel und stehst morgen früh auf, um deinem plan noch form zu geben. dann fährst du zu deinem damenverein und gibst den grazien warmherzigen tritt in den hintern. danach deinen schölern. ein schritt nach dem anderen. und wehe, du denkst dabei an diesen schrottigen eispalast!


weißt du, in nächten wie dieser denke ich, dass ich es schon längst vermasselt habe. ich wohn ja nicht erst seit gestern in dieser unwirtlichen hütte. und bezweifle mittlerweile, dass ich jemals weg aus ihr rausfinde. du glaubst gar nicht, wie vertraut sie mir ist. teuflisch vertraut.

okay, dann bleib halt sitzen und zauber schnee an die wände. wenn du meinst, es geht nichts anderes, ist das der einzig übrigbleibende weg. aber dann erfrier wenigstens leise - erspart dem rest der welt zumutung.

du bist ein elendes miststück, frau manati. ich lieg am boden und du trampelst noch drauf. schäm dich!

nö. nicht, solange du so schmerzgeil um gnadentod bettelst. entweder schwingst du deinen arsch oder wir gehen getrennte wege. ich bin doch nicht zwecks totenwache hier.

sag ich doch - leibhaftiges miststück. okay, du hast gewonnen. ich geh jetzt ins bett, schlaf vier stunden und dann schaun wir mal, was das morgen so bringt. aber eins sag ich dir: wenn mein beständiges weiterkrabbeln nix bringt und ich in 40 jahren immer noch in dieser unwirtlichen bruchbude hocke - weißt du, was dann fällig ist? dann reiß ich dir erst flossen von und anschließend herz aus lebendigem leib. schon mal ne seekuh ohnedem gesehen?

bislang noch nicht. tu, was immer du meinst, tun zu müssen - hauptsache, du bewegst dich. heute nacht nimmst du jedenfalls besser noch die wärmflaschen mit.


miststück .....

osternacht

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Nu putz dir erstmal die Nase und dann erzähl .....

Ach, Frau Manati, es ist so albern ..... und überhaupt längst Schnee von vorgestern. Jedenfalls sollte er das sein.

Ganz offensichtlich gibt's aber noch Altschneereste. Erzähl mir davon.

Wusstest du, dass ich mal Nonne werden wollte? Lach nicht, es war wirklich so. Ich wusste sogar schon, in welchem Orden - Die Kleinen Schwestern sollten es sein, weil sie seinerzeit sehr fortschrittlich waren und für den Fall des Falles auch Beziehung zuließen.

Woran scheiterte es?

An der Beziehung. Daraufhin beschloss ich Kompromiss - wenn schon nicht Nonne, dann wenigstens Lehrerin.

So tief fühltest du dich dieser Kirche verbunden?


Innen ja. Außen ersichtlich weniger. Und doch behaupte ich, dass es eine ganz besonders tiefe Beziehung war. Man mag darüber rational urteilen, wie man will - es war einfach so. Selbst heute, nach so langer Zeit, kann ich noch nicht anders, als diesen Verein als den einzig entscheidenden wahrzunehmen. Bizarr, hm?

Hast du anderen denn jemals kennengelernt?

Oh ja. Sehr eingehend sogar. Vergiss es. Natürlich kann man viel über Ökumene diskutieren. Man kann sich sogar mit Leib und Seele für die Konkurrenz engagieren. Tatsächlich aber hab ich sie nie als wirklich bedeutsam, dafür als ungeheuer phantasielos erlebt. Dieses ewige Rezitieren von Bibelstellen, als würde sich damit Verstand erübrigen. All die erzwungene Kargheit, mittels derer der Eindruck von Echtem vermittelt werden soll. Einfach nur armselig, wenn du mich fragst. Ganz unabhängig von Toleranz und Good-will. Sie tun Wunder wie offen - tatsächlich aber versuchen sie nur eitlen Kontrapunkt zu beziehen. Die wahre Gesinnung bricht überall dort durch, wo es letztlich drauf ankäme. Stell dir nur mal vor - in Deutschland gibt es eine transsexuelle Pastorin.

Oh. Das klingt aber sehr aufgeschlossen.


Von wegen. Man ließ sie Abschluss machen, um der Form genüge zu tun. Anschließend gab man ihr sinnentleerte Position irgendwo. Alle ihre Mitkomilitonen erhielten eine Pastorenstelle - sie als einzige nicht. Last not least hat sie nach Jahren vergeblichen Bemühens ihren Job unter Protest an den Nagel gehängt. Und durfte sich prompt von Kirchenseite anhören, es gäbe da gar keinen Zusammenhang - so sie solchen sähe, wäre dies Angelegenheit ihrer Einbildungskraft. Verstehst du? Alles nur Schall und Rauch, um an der Oberfläche effektvollen Kontrapart zu Rom einzunehmen. Darunter umso verlogener.

Wie kannst du da so sicher sein? Also in solch verallgemeinernder Form?


Weil ich als junge Frau jahrelang für diesen Laden ehrenamtlich arbeitete. Sehr engagiert sogar. Du glaubst gar nicht, wieviele puritanische Kirchen ich von innen sah in dieser Zeit. Und welcherart Gespräche und Briefwechsel ich derweil unterhielt. Fazit: Kein eigener Bedarf .....

Aber ich dachte, du seist römisch-katholisch? Wie kann das sein?

Ganz einfach - das Leben sorgte dafür. Dort, wo es mich zwischenzeitlich hinverschlug als junger Mensch, gab es keine katholische Gemeinde. Vielmehr gab es sie schon, aber im Gegensatz zur protestantischen zeigte sie kein Interesse für Jugendarbeit. Also dachte ich, ich wende mich einfach dorthin, wo Willommen und Bedarf signalisiert wird. Man trickste den konservativen Kirchenrat irgendwie aus und zappzerapp durfte ich Kindergottesdienst geben und mich auch sonst an allem beteiligen. Ich sah es jesuitisch: Dient alles der Allgemeinbildung und ist darum verzeihlich.

Was war vorher?

Vorher herrschte strenger Katholizismus. Den ich jedoch weniger als streng, denn als Erlösung empfand. Ich weiß, viele klagen über die frühkindliche katholische Prägung, die sie durchliefen. Ich ansatzweise im Nachhinein auch. Doch damals bedeutete mir Kirche Licht. Niemand nötigte mich zu mehr als zur Sonntagsmesse. War irgendwie Ehrensache, dass man nicht das Hochamt für Langschläfer, sondern die Frühmesse besuchte. So, wie überhaupt das meiste mehr Ehren- denn Glaubenssache gewesen zu sein scheint. Im Rückblick. Ich empfand es ganz anders .....

Wie hast du es empfunden?


Als heilig und gut - im Sinne von versöhnlich. Meine Mum wurde nicht schräg angeschaut, weil sie so schön war. Wenn sie sang, war es, als wäre sie allein in der Kirche. Und niemand sah sie dafür scheel an, wie das im Alltag der Fall war. Es gab das ewige Licht, welches Beständigkeit versprach; wundervolle Farben und den Duft von Weihrauch und Blumen. So schöne Blumen. Palmkätzchen am Palmsonntag, Kerzen für alle in der Osternacht und die Weihnachtskrippe. Ich weiß heute noch, wie der schmale Weg zwischen Moos zum Stall hinauf führte. Und wieviel es zu entdecken gab in dieser kleinen Landschaft. Verstehst du - alles atmete Hingabe und Wohlordnung und Harmonie.

Hast du denn verstanden, was erzählt wurde?


Nein. Darum ging es auch gar nicht so sehr. Das war Sache der Erwachsenen. Ich wollte nur einatmen, was da ist. Die Sicherheit kosten und wissen, dass ich Teil von ihr bin. Am schönsten waren die Maienandachten. Ich habe sie so geliebt, dass ich als Siebenjährige aus freien Stücken jeden Abend hinging. Sie waren nicht sehr gut besucht - nur alte Weiber und ich als einziges Kind. Aber die Lieder waren so schön. Ich setzte mich immer neben eine alte Dame, die mir die entsprechende Seite im Gesangbuch aufschlug, weil ich zwar schon lesen konnte, aber mit den dreistelligen Zahlen noch auf Kriegsfuß stand. 'Maria breit den Mantel aus' war damals mein Lieblingslied. Später hatte ich ein anderes. Und auf dem Hin- und Rückweg sangen die Amseln. Ich hab es wirlich geliebt, verstehst du? Dort war die Welt in Ordnung. Und seltsamerweise erzählte in der Kirche niemand von schwarzen Seelenflecken. Die gab es nur zuhause. Soviel zumindest verstand ich.

Was geschah später, also nach frühkindlichem Erleben und anschließendem Exkurs bei der 'Konkurrenz'?

Ganz so klar waren die Phasen nicht voneinander getrennt. Während ich mich in 'Fremdgefilden' tummelte, genoss ich immer noch katholischen Religionsunterricht. Sehr guten, wie ich selbst rückblickend feststelle. Er zeichnete sich durch wesentlich mehr Weltoffenheit und Freigeist aus, als es die protestantische Unterweisung tat. Welchselbige ich darum recht individuell zu interpretieren lernte. Ein Kapuzinerpater war damals mein Lehrer. Er verkörperte jene Versöhnlichkeit, die ich schon von früher kannte. Und hatte genügend soziale Frontarbeit hinter sich, um zu wissen, dass es mehr im Leben gibt, als künstlich auf Altäre gehiefte Scheinheiligkeit. Er prägte damit meinen weiteren Weg.

Wie sah der aus?

Ich belegte entsprechenden Leistungskurs. Und geriet ein zweites mal an einen Freigeist - diesmal einen Priester mit ausgeprägtem wissenschaftlichen Interesse. Obschon ebenfalls tiefgläubig, war er äußerst kritikfreudig - auf sehr sanfte humorvolle Art. Es war ein Genuss, mit ihm denkzuarbeiten. Meine damals beste Freundin und ich schmissen den Kurs. Nicht hin, sondern begeistert mitreißend. Sie vertrat östliche Religionen, ich kritischen Kirchenstandpunkt. Er lehnte sich zurück und genoss die Gefechte. Hat allen Beteiligten so viel Spaß gemacht und Anregung geschenkt - es ging nie um 'einzig wahren' Glauben und 'Richtigkeit', nur um saubere Logik. Hab ich in dieser Form bei den Protestanten nie kennengelernt.

Und danach?

Hatte ich erneut Glück. Diesmal war es ein freigeistiger Professor, der sich seinerseits schon mit Rom angelegt und dennoch gewonnen hatte. Oh, was hab ich sie geliebt, die Seminare bei ihm. Intensiveres Lernen ist nicht vorstellbar. Wir waren dank auslaufendem Studiengang die letzte Bastion - zuweilen nur zwei Studentinnen und er. Jene Komilitonin war sehr nett, aber sie studierte auf zweitem Bildungsweg, und das merkte man ihr an.

Inwiefern?


Nun, zweiter Bildungsgang bedeutet, dass man die Gesellschaftsmaschinerie schon mal durchlaufen hat. Und entsprechend dankbar, sprich genügsam ist, eine zweite Chance zu kriegen. Viel Disziplin und Arbeitswille, dafür weniger Biss. Den brachte ganz unbefangen ich mit. Erstens hatte ich dank protestantischer Schulung Bibelkenntnisse, zweitens genug Fragen, die in die Tiefe stießen. Ihm machte das sichtlich Freude - außer, ich sprach Rom an. Dann wich er aus. Rückblickend seh ich seine Gründe dafür. Und respektiere sie. Doch insgeheim denke ich, er hat mir Wesentliches vorenthalten, das ich zum eigenen Überleben in diesem Verein gebraucht hätte.

Inwiefern?

Naja, er war fein raus, hatte sein Schäfchen sozusagen trotz Stürmen ins leidlich Trockene gebracht. Mir standen jene Unwetter noch bevor - und da Weib, außerdem noch ganz andere. Nicht wirklich die beste Vorbereitung, obschon es intellektuell wahrlich nichts zu mäkeln gab. In den Gefilden konnte mir niemand mehr so schnell ein X für ein U vormachen, was jedoch die katholische Praxis anbelangte, war ich reichlich unbeleckt. Und entsprechend ungestüm.

Wie äußerte sich das?

Zum einen war ich seit Jahren kein Mitglied einer katholischen Gemeinde mehr und hatte aufgrund des Lebensweges auch diverse eigentlich unumgängliche Sakramente verpasst, zum anderen entwickelte ich zunehmendes Interesse an Philosophie, Kirchenkritik und Frauenthemen. Soll heißen, ich hatte zwar noch die Erstkommunion erlebt, Firmung, Beichte und später Trauung und Taufe des Erstgeborenen gingen jedoch an mir vorbei. Hat nie jemand nach gefragt, also beschloss ich, unkonventionellen Weg weiterzugehen. Und schrieb meine Examensarbeit über feministische Theologie. Er ächzte - war immerhin seine erste und vermutlich auch letzte Arbeit dieser Art. Und nahm mein Rebellentum stoisch hin. Was ihn natürlich nicht davon abhielt, das mehr empörte als fundierte Machwerk kritisch zu bewerten. Scharte, die ich angelegentlich mit der Examensprüfung wieder auswetzte - nicht ohne dabei auf angemessene Provokation zu verzichten.

Was war dein Antrieb dabei? Es muss dir doch klar gewesen sein, dass jahrtausendealter Verein nicht so mit sich umspringen lässt.


Nein, war es mir nicht. Ich verließ mich auf mein Vertrauen, dass solcher Verein Raum genug für Menschen hat, die ihm nichts Böses, ihn lediglich auf Bestand prüfen wollen. So hatte ich es nun mal gelernt: Prüfe alles bis auf die Knochen - was übrig bleibt, ist wertvoll. Du hättest diese Prüfung erleben sollen; sie war ein inszeniertes Spektakel. Und ich schnitt hervorragend ab. Danach war ich mir sicher, dass ich Platz fände in diesem Verein - nicht von allen gern gesehen, aber aufgrund echter Hingabe und Leistung unkündbar.

Es kam aber anders, oder?

Ja. Ganz anders. In der Folge erlebte ich hautnah den Unterschied zwischen Schäfchentrocken im Elfenbeinturm und eiskaltem Wasser der Basisborniertheit. Anders kann ich es nicht bezeichnen.

Woran bist du gescheitert?

An einer Befugten, die ihre Befugnis sehr spät über den zweiten Bildungsweg erhalten hatte. Erinner mich bloß nicht an dieses Weib. Noch heute würde ich sie mit Freuden kreuzigen. Menschlichkeit war ihr ein Fremdwort, Freigeist sowieso. Ich seh sie noch sitzen und römische Traktate mit Lineal und und Rotstift auszeichnen. Sie war reinster Alptraum, der darauf bestand, dass Schüler traditionsverhaftet Respekt bekunden und regelmäßig korrekt beten. Und meinereine stand vor dieser Unfasslichkeit längst zurückliegend geglaubter Zeiten und begriff nicht, dass diese mehr Gewicht haben sollte als sämtliche persönliche Erfahrung. Die ganze Zeit dachte ich, dies könne nur irrtümlich eingelegter falscher Film sein.

War es aber nicht?

Nein, war es nicht. Zwar konnte ich ihrem schäbigen Tun standhalten - zugegebenermaßen mit viel Glück, aber letztendlich war sie nur der Vorgeschmack auf die Wirklichkeit. Als ich jene Prüfung auch erfolgreich in der Tasche hatte und dachte, nun könne es endlich losgehen, kam die Eliminierung.

In welcher Form?


Nun, hatte ich mich aufgrund erbrachter Leistung sicher gewähnt, tauchte jetzt auf einmal so etwas wie Geheimwaffe auf. Die sah so aus: Fein, dass du so gut gearbeitet hast, deiner Zukunft steht nichts mehr im Wege. Bis auf eine Kleinigkeit - wir wüssten gern noch, wann du wo und bei wem bewiesen hast, dass du kirchentreu bist; wie du lebst - auch in deinem Schlafzimmer; und natürlich auch, wer das bezeugen kann.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meinem Kind unehelich das Leben geschenkt, dessen Vater war kein Katholik, noch war es getauft, Firmung und Beichte hatte ich auch noch nicht nachgeholt. Des weiteren gab es keinen Priester, der hätte bezeugen können, dass ich außer meinen Studien anderes für die Kirche geleistet hatte. Ich holte Beratung ein. Irgendwo musste es doch einen Weg geben, der auch solcher wie mir offen stand. Es gab ihn nicht. All die Ausbildungsjahre inklusive staatlich anerkannter Examen und persönlicher Ambitionen waren nichts wert, weil es an scheinbar unumgänglichem Basisgehorsam und dessen Bezeugen fehlte.

Wie hast du reagiert?


Erst dachte ich, es sei ein schlechter Scherz. Immerhin hatte ich trotz Nichtgemeindeaktivität bewiesen, wie ernst es mir war. Nicht zuletzt hatte ich mit Vollbafög dank Ausnahmeregelung in weniger als Mindestzeit studiert und absolviert und entsprechend war klar, dass ich persönlich für diesen 'Luxus' würde aufkommen müssen. Als mir klar wurde, dass es kein Scherz war, sondern bitterer Ernst, war der nächste Gedanke: Wenn ihr solchen Schmäh braucht, sollt ihr ihn kriegen - es gibt immer Mittel und Wege. Aber dann kam der Zorn .....

Und was erzählte der dir?

Der Zorn sagte: Kein Mensch aus dieser Kirche hat je nach dir gekräht. Weder, als du sie persönlich dringend brauchtest, noch als du beschlossen hattest, dich dennoch in ihren Dienst zu stellen. Mit allen Glaubenszweifeln ließ sie dich allein. Da war nicht mal eine einzige freundliche Erkundigung, geschweige denn persönliches Gespräch darüber, wie es dir geht. Du warst eingeschriebene Studentin mit festem Wohnsitz, aber niemand fragte je danach, wie es dir eigentlich ginge als zukünftige Mitarbeiterin in diesem Verein. Ganz so, als gäbe es dich gar nicht. Alles, was du geleistet hast, leistetest du auf eigenen Füßen - trotz zuweilen sehr belastender Situation. Und jetzt, da du es geleistet und bewiesen hast, wie ernst es dir ist mit dieser Berufung - jetzt kommen sie an und wollen Kadavergehorsamszeugnis. Ganz so, als seist du dämliche kleine Katholikin, die den Auflagen entsprechend solange unberührt im sicheren katholischen Elternhaus weilt, bis ihr die Kirche neues weltfremdes Zuhause schenkt. Unter dessen Dach sie dann zuverlässig ebenso unbedarften Schmalspurkatholiken kennenlernt und heiratet, um auf Staats- und Kirchenkosten treukatholischen Nachwuchs in erwünschter Chronologie zu zeugen. Willst du dich solchem Enggleisdruck fügen?

Was war deine Antwort?

Meine Antwort war nein. Niemand geht solchen Weg, um zu kriechen. Ich bin nicht käuflich, nicht mal, wenn meine Existenz auf dem Spiel steht. Oder die meines Kindes oder Gefährten. Mag es auch Mittel und Wege gegeben haben, die verkrustete Bürokratie zu bedienen - wären es meine gewesen, ich wäre sie schon lange vorher gegangen. Verstehst du, ich hatte naiv darauf vertraut, dass diese Kirche ein Interesse an Leben hat, welches sich trotz und gerade wegen Andersartigkeit in ihren Dienst stellt. Dem war nicht so. Stattdessen wollte sie alles so treudoof weiterhalten, wie sie es immer schon getan hatte, obschon genau das ihren Untergang bedeutet. Unabhängig von meiner unbedeutenden Wenigkeit hat sie nicht begriffen, dass es gerade die Andersdenkenden sind, die ihr Weiterleben sichern. Sie sind nicht Bedrohung, sondern Bereicherung, eben weil sie trotz ihrer Kämpfe und Zweifel bereit sind, dem Mutterschiff zu folgen. Ich habe dieses Schiff wirklich und wahrhaftig geliebt, tue es auf meine Weise immer noch. Weil es Teil von mir ist, den ich nie und nimmer leugnen würde. Aber so wie bei vielen anderen verhielt es sich auch mir gegenüber gegenläufig zu seinem eigentlichen Auftrag. Jesus hat mit Zöllnern gegessen, doch die Kirche, welche sich auf ihn beruft, nagelt sie an die nächste Wand.

Was also war deine Konsequenz?


Ich ging zur Gemeinde und trat aus dem Verein aus, der mir von klein auf Zuhause bedeutet hatte. Es war leichter als Heiraten, lediglich eine Formalität. Und weißt du, was mich am meisten verletzt hat und es immer noch tut?

Was?

Nicht einer krähte danach. Als hätte ich bloß Straßenschuhe ausgezogen. Kein Brief, kein Anruf, kein gar nichts. Als hätte es mich nie gegeben: Du bist unwiderruflich raus, weil du allein es so wolltest. So mächtig sind sie, und doch waren sie weder vorher noch hinterher je für mich da. Verstehst du, das tut verdammt weh. Du kämpfst, hast Zweifel, fechtest alles alleine durch und zahlst bereitwillig drauf - und nicht einer von jenen, auf die du vertraust, fragt auch nur mit Standardfloskel nach dir. Im Grunde genommen kannst du genausogut gegen den Wind pissen.

Du hast ihnen nie verziehen.


Nein. Weißt du, dass einen die eigene Familie verrät, ist schlimm. Aber das sind Menschen, die nicht über ihren schmalen Alltag hinaus sehen. Damit kann man hadern oder auch nicht, Fakt ist, es sind Menschen, die im selbstgestrickten Beziehungsgefüge festkleben. Aber die Kirche - also DIE Kirche - sie besteht zwar ebenfalls aus Menschen, aber diese stehen in höherem Auftrag. Ich war nur ganz kleines Rädchen darin und trotzdem bereit, ihr so aufrichtig wie nur möglich zu dienen. Und sie haben mich einfach zum Feind erkklärt. Ohne mir auch nur kleinen Finger zu reichen. Als hätte ich was verbrochen, indem ich mich wider alle Umstände verpflichtete. Ich versteh das einfach nicht ..... was bitte hätte ich mehr tun können?

Es war schlichtweg der falsche Verein. Wobei ich bezweifle, dass es richtigeren gibt.


Es ist Osternacht. Am Ostersonntag ersteht das Leben neu. Ganz neu. Und ich sitze hier und sehne mich nach altem, vergangenem, überholtem. Überall ist nur von Eiern und Geilheit und Osterhasen die Rede, nur meinereine hinkt hinterher, ohne aufholen zu können. Allein, weil nicht mal dort erwünscht, wo sie zuhause sein wollte. Und sie predigen dennoch Nächstenliebe - ich wünschte, ich könnte kotzen .....

Aye, Liebes ..... es sind überall nur Menschen. Auch dort. Hilflos verblendete Menschen. Göttliches spielt auf anderer Ebene. Außer dort, wo es im Menschen funkt. Wie stehst du zum Göttlichen?

Ich glaube felsenfest daran. So sehr und tief, dass alles andere zweitrangig ist. Aber ebenso bin ich von meinem Unvermögen überzeugt, es in diese Welt zu bringen.Da ist zuviel, was dem entgegensteht. Ich habs wirklich versucht - bitte glaub mir das. Geblieben ist Einsamkeit, die sich selbst bedient. Egal, was ich tue, ich kann nicht aus meiner Haut. Und genau darin liegt alles Schicksal - selbstgeschnitzt. Ich sehe Menschen, die haltlos treiben; andere, die sich fanden - und fühle mich außen vor von allen. Sag mir, warum bin ich nicht Nonne geworden bin und damit sicher vor allem, was die Seele umtreibt? Warum hab ich nicht auf Liebe verzichtet, um mein Seelenheil zu retten?

Vielleicht, weil es ohne Liebe kein Seelenheil gibt?

Klingt logisch - ich wünschte nur, mein Ego könnte es glauben. Ich will nachhause, sonst nichts. Weiß aber nicht, wo das ist. Sie hätten mich zulassen sollen, dann bräuchte ich nicht so verzweifelt suchen, wie ich es seitdem tue. Jeder andere macht seine Ausbildung und ist, was er ist. Ich hab alles gemacht und war hinterher nichts - seitdem suche ich mich. Und darf mir anhören, wie leidversessen ich bin.

Geh schlafen. und träum von dem, was wirklich ist. Auf dass es dir bewusst wird. Anderen Weg seh ich im Moment auch nicht ......

uneinverstanden

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einverstanden
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was um alles in der welt hab ich nur früher angestellt, dass mir solches aufgebürdet wird, frau manati?

du wirst es irgendwann erfahren. gegenwärtigem nach zu folgern war's nicht unbeträchtlich. by the way, kannst du überhaupt noch hören?


nicht mehr wirklich. hab meine ohren abgeschossen - stundenlang apocalyptica, metallica und blind guardian gehört. laut. sehr laut. jetzt muss nur noch das hirn folgen, dann bin ich vermutlich tot genug für heute.

oh dear, das klingt nicht gut.

wenn schon - spielt derzeit keine rolle. überhaupt gar nichts spielt wirklich eine rolle, verstehst du? alles nur illusion. die träume, das hoffen, unser kämpfen - nichts davon ist wirklich wahr. last not least nicht mal das, was uns sonst bei der stange hielt. püüüüh - siehst du den rauch, hörst du den schall? du glaubst nicht, wer mir heute nachmittag wieder einfiel .....

mit solcher musik im ohr und ausgeprägter schwäche für männer mit langem schopf? lass mich raten - der engel.

jeppa. kluge seekuh. noch so ein düsteres kapitel. gibt's eigentlich überhaupt andere in unserem leben?

bestimmt, aber im moment siehst du sie nicht. und dank deiner sicht ich ebenfalls nicht.

verrat - verrat - verrat ..... ob er wohl inzwischen sein glück fand?

unwahrscheinlich - er wollte es nie finden. willst du noch deines finden?

wollen schon, nur kann ich leider nicht mehr dran glauben - das ist die crux. komm, lass uns nochmal das obergeile stück hören .....

welches?

'nothing else matters' - da weht winzigkleiner hoffnungshauch mit. wahrscheinlich für andere bestimmt, aber ich mag es trotzdem.

du hast wirklich abgeschlossen?

hat man das jemals? jemand wie ich? dazu war die schule zu hart. vergiss nicht: trainiert im aushalten - komme, was da wolle. weniger wäre mehr. oder doch zumindest leichter. weißt du, wonach mir gerade wäre?

na?

kampfrauchen. bis nichts mehr geht. aber nicht mal das geht mehr. also müssen wir wohl ohne durch. du glaubst gar nicht, wie müde ich das alles bin. unendlich müde. da ist nichts mehr, das hält - außer .....

außer was?

außer der innenwiderstand. ich kann einfach nicht aufgeben - nicht mal, wenn ich es von ganzem herzen möchte. wenn mich dieses verdammte leben in die knie zwingen will, dann soll es das verdammt noch mal tun - aber aufgeben tu ich nicht. niemals.

warum nicht? es wäre so leicht .....

weil ich diesem beschissenen dasein diesen triumph nicht auch noch gönnen will. noch nicht. wenn's nach mir geht, nie. alles lässt sich aushalten - haben schon ganz andere als meinereine bewiesen.

dein diesbezügliches konto ist schon mächtig dick.

ja. aber verstehst du - das ist ein grund mehr, wenn nicht überhaupt DER grund, nicht nachzugeben. ich bin so schrecklich zornig ..... weil ich einfach nicht einsehe, dass ich auch noch meinen willen aufgeben soll. das leben hat kein recht, solches zu verlangen. es hat einfach kein recht dazu. ich bin, die ich bin - und das hat's gefälligst zu fressen. schlimm genug, dass es mich in diese scheiß-welt nötigte. oder eben auch nicht. ich bin zornig und so müde .....

auf wen oder was bist du denn zornig?

oh, eine akkusativ-frage. antwort: auf all die luschen meiner vergangenheit. wer zum teufel gab ihnen je das recht, das sie sich nahmen? erinnerst du dich an die planschkuh, die mit ihrer vergewaltigung protzte? erst glaubte ich ihr anteilnehmend - bis mir auffiel, wie frapant all die ergreifenden geschichten auf meine zurückgriffen. und weil meinereine nicht genug hermann davon machte, motzte sie das ganze so dick auf, dass auch noch das letzte licht in andächtigem mitleid zerfloss und sie alles erhielt, wonach ihr ekelhaftes innen trachtete. baah, was widerlich ..... eine von vielen geschichten. und der engel war auch nicht mehr als ein weichei-verräter. mir scheint, fast alle, die je angeblich liebevoll daherkamen, hatten nur ein interesse: wie saugen wir sie am effektivsten aus? komm, lass uns nochmal das stück hören .....



verstehst du - ich bin müde, unendlich müde ..... jener, den ich liebe, ist so schwach, dass kein hoffen und mittragen hilft. ich darf nicht wirklich drüber nachdenken, denn wenn ich es tue, reißt auch noch die letzte instanz. einer von vielen, denen nicht bewusst ist, dass sie sterblich sind. geschweige denn, was sie dem leben schulden. hoffnungslos .....

genug für heute. wollen wir schlummern gehen und auf besseres morgen hoffen?

würd ich gerne - ob ich es kann, weiß ich jedoch nicht. immerhin ist das hirn mittlerweile auch fast tot ..... nothing else matters .....

rebellion

.
naabend frau manati - schön, dich zu sehen.

gleichsam ..... oh, neue lackfarbe?

ja - passend zum hüttendach glitzerndes rotbraun. pastelltöne machen unglücklich. oder vielleicht auch nur zu schwach, unbill zu ertragen. mich dürstet nach ausdruckskraft.

sieht gut aus - jetzt, da du es sagst: ich hab sie vermisst. was geht ab? ich dachte, es gebe grund zur freude?

ja, gibt's wohl. aber arbeiten ist nicht alles. mein herz wiegt schwer.

von dir aus oder fremdbelastet?

ist das nicht ein und dasselbe, wenn man nicht grade altgriechischen namen trägt? ich hab jetzt die wahl: entweder erzähle ich es dir, wie es ist und riskiere, dass wieder irgendein idiot angekrochen kommt, um mir menscheln als schwäche um die ohren zu schlagen. oder ich pfeif auf die idioten dieser welt und stehe zu dem, was ist.

was täte momentan besser?

dazu stehen. erstens erleichtert's und zweitens käme mir jeder cretin grade richtig. wütend fühl ich mich allemal besser als tief traurig. aber ich lasse mich nun mal nicht nötigen, von nichts und niemandem. soll er doch subtil terrorisieren - wenn jemand meint, seelische nötigung sei der weg, mich zu bewegen, bleib ich einfach stehen.

weib, du bist totunglücklich. ich frag mich grade, wie du den lack auf die nägel gekriegt hast.


ganz einfach: ich hab drauf vertraut, dass er richtig landet, egal, wie der anflug ist. und guck - niemand sieht ihm an, dass gepflegtes ergebnis produkt von unmöglichkeit ist. wie gehabt. schau dir diese hände an und sag mir, was du siehst.

nein. das wage ich nicht.

schon klar. ich weiß genau, was du meinst. aber immerhin bastelst du über deinem nichtwagen keine monsterkrallen daraus. weißt du, was der kerl heute nachmittag am telefon sagte? unwichtig - er sagte es in genau jenem tonfall, der darum bettelt, ich möge entweder zurücknehmen, was realität ist, weil es seiner angemaßten überlegenheit zuwiderläuft oder ihn gefälligst damit beschenken, auf dass er sich endlich wieder als kleiner junge mit übermächtiger mama fühlen darf. was ja immerhin seinem naturgegebenen geburtsrecht entspricht. und wenn ich weder das eine, noch das andere besitzergreifen bediene, kann ich die uhr danach stellen, wann ich für ihn feindin bin.

echtes scheißspiel.

du bringst es auf den punkt. wenn ich es vertreten könnte - vor mir und der welt - ich würde ihn dafür töten. so zumindest reagiert das innen dieser hände. nehmen-nehmen-nehmen ..... sag, ist dir schon mal einer begegnet, für den besitzenwollen ohne zu geben nicht an oberster stelle stand?

ich weiß nicht - wir seekühe denken eigentlich anders über die dinge. aber wenn ich dir zuhöre, vergesse ich, wie.


weißt du, was eine einladung von solcher seite bedeutet? sei auf der hut, bedeutet sie. denn wenn du es nicht bist, weil du hoffst und deshalb vertraust, zieht man dir das fell über die ohren und du gehst hautlos nachhause bzw. dorthin, was als zuhause reichen muss.

ja, ich versteh dich. trotzdem wehre ich mich dagegen. es ist so dunkel.

sie erzwingen die dunkelheit, auf dass sie ihnen als muttermilchersatz dient. und soll ich dir was sagen? diese sture ignoranz - sie vernichtet alles, was leben will und man kann nichts dagegen tun. weil sie einen zum mittel ihrer zwecke macht, indem sie das, was leben will, zum vorreiter des sterbens bestimmt. arafat wagte sogar, es laut auszusprechen: "die gebärmütter der frauen entscheiden den krieg." stichwort "youth bulge". und bestes mittel, ihrer habhaft zu werden, ist, frauen monsterhände zu transplantieren. gewährleistet, dass sie endlos mit wiedergutmachung ihrerselbst beschäftigt sind und sich darob willig missbrauchen lassen.

welche konsequenz hat das für dich?

die, welche es für alle starken frauen in der geschichte hatte: ich darf nicht sein, die ich bin, weil sosein umgehend sanktioniert wird. also sehe ich mich gezwungen, zum alptraum zu werden - ob im außen oder 'nur' im innen, spielt keine rolle.

damit bedienst du das fremde raster.

ja. und fühle entsprechend todtraurig darüber. denn tatsächlich will ich ganz anderes, sehe jedoch keinen weg, dieses zu leben. und mutiere darüber zur sklavenseele, deren freiheit am gegenüber scheitert, weil dieses keinen anderen ausweg lässt, als es indirekt zu versklaven. und deren tiefste sehnsucht an diesem felsen zerschellt.

so was nennt man tragödie.

ja. und sie lässt nur zwei wege offen: tod oder verderben.

damit willst du dich abfinden?


nein. jedenfalls nicht wirklich. mein ganzes sosein strebt nach sanftmut - auch wenn laufkundschaft das nicht glauben mag. mein kind und mein-kata könnten es bezeugen - ebenso meine schüler und die menschen, die mir wirklich nahestehen. ich verabscheue gewalt. und mich, wenn ich mich ihrer befleißige, weil ich keine andere antwort auf unentwegte gewaltausübung sehen kann.

welche art gewalt meinst du damit - also jene, die du im außen siehst?

seit einer woche war ich heute erstmals wieder beim herrn waschsalon zu besuch. jener mensch, der früher in aller öffentlichkeit mösen dehnte und vor einer woche meine erotische geschichte indizierte. weißt du, was er neuerdings als erotisch akzeptabel vertritt? künstlich vernebelte frauenkörper, die männlicher phantasie genau jene illusion bescheren, welche kriege unterstützt: unerreichbar ferne romantik, die männliches wunschträumen von hure und heiliger bedient. DAS nenne ich gewalt - gewalt, die leben in dingbare flache abziehbilder zwingt.

wie jetzt? früher dehnte er öffentlich mösen und heute setzt er deine geschichte, die von selbstbestimmung erzählt, auf den index?

oh ja - ohne mit der wimper zu zucken. du hättest sein damaliges blog sehen sollen - kein beitrag ohne drastische deutlichkeit. bezeichnenderweise taucht frau waschsalon erst zielgenau sporadisch auf, seit er seinen salon common mode bereinigte. nichtsdestotrotz erfuhren damalige leser so ziemlich alles über jede ihrer internen körperzellen. er dehnte sie sehr gern und sehr oft. heute jedoch zieht er der fleischlichkeit heiligenschein vor. solchen, der sich in weltmännischem dünkel suhlt, während er hamilton-erotik als einzig gültige beschwört. und die schäfchen folgen brav und zuverlässig dem weltmännisch-verklärtem weg. bis auf hiesiges.

also mal ganz im ernst: er hat wirklich und wahrhaftig DEINE geschichte indiziert?


ja, hat er. mit der flauen begründung, er wüsste noch nicht, wohin sein blog zukünftig tendieren solle und darum bräuchte er freiraum vor "derlei geschichten".

auf gut deutsch, er hat deine geschichte in billiges pornoregal gerückt, um sich selbst darüber heiligenschein aufzusetzen?


ja.

also entschuldige mal, vor dieser geschichte hätte anais nin den hut gezogen. und dieser ex-mösendehner schwingt sich auf, sie zu zensieren? gute güte, anais hätte ihm die roten krallen knochentief in die backen gehauen. wo ist die geschichte übrigens?


ich hatte sie bei ihm ja nur verlinkt. und heute deaktivierte ich sie bei mir. da waren plötzlich so viele stimmen, die gegen meine lust veto einlegten.

bist du noch zu retten? du liest keine angeblich erotischen geschichten, weil dich 98% davon in ihrer stupidität anwidern und deaktivierst dann juwel, das du im aufbegehren gegen diesen billigsumpf schufst? nicht wirklich, oder .....?

doch. ich fühlte mich in ecke getrieben, in der ich keinesfalls sein möchte.

von jemandem, der vor den augen anonymer öffentlichkeit die muschi seiner gattin dehnte, heute nebulösen scheinheiligenschein trägt und infantilen hamilton beschwört? ist nicht dein ernst, oder?


grins frau manati - hat dir schon mal wer gesagt, dass du gold wert bist? weißt du was - ich aktivier sie wieder.

besser ist das. und bei der gelegenheit kannst du sie hier gleich nochmal verlinken. wo kommen wir denn da hin, wenn wir lebendige weiberlust in kämmerchen sperren, die verklemmte möchtegernliebhaber einrichten?


okay. mach ich. bittschön, hier ist sie. und der vollständigkeit halber auch jene unheilige antwort. auf dass meine geschichte samt drumherum jenen, die greuel ob der lust empfinden, zum stachel im prüden fleisch werde.

siehste, liebelein, DAS ist die haltung, die aufrichtig hingabefreudigen seekühen entspricht. untersteh dich und folge nochmal dem diktat eines konformitätszwerges, der sich nicht mal einigen kann, was zu ihm gehört und was nicht. und übrigens .... was dein ausgangsproblem betrifft .....


ja?

wer nicht zu dir steht und für dich da ist, wenn du in not gerätst, ist deiner liebe nicht wert. deiner würdig ist nicht das, was im verborgenen kräht, sondern das, was dir aufrichtig und mit rückgrat zwischen markanten schultern wirlkich geschenkt wird. sentimental romantisch schwätzen können viele - aber sei ehrlich: brauchst du solchen alberkram wirklich?

nein - er zapft mir nur wasser ab. solches, das ich gerne schenken möchte, aber niemandem für nichts und wieder nichts nachwerfen mag. geben mag seeliger sein, denn nehmen - aber wenn es fühlbar einseitig bleibt, bringt's nur unglück.

exakt. denk gründlich darüber nach - möglichst in allen konsequenzen. so, my dear, ich geh jetzt dorthin, wo ich weiß, dass man mich wert schätzt - und zwar so, wie ich bin. und du gehst bitte in dich. gründlichst.


mach ich. und danke dir für's selbstbewusste seekuhöhrchen. hab echten spaß - irgendwann werd ich selbigen auch haben. worauf du heiligen seekuhfurz lassen kannst. :o)

frauenpower

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frau manati, bitte richte dich für ein paar stündchen häuslich bei mir ein - ich brauch dringend dein zartes seekuhohr. und sag's dir lieber gleich: meinereine ist ziemlich erschöpft, kann also entsprechend dauern.

auch hey, liebes - was hast du denn getrieben heute, dass du um diese zeit schon so fertig bist?

bin zum wasser gefahren und dort ungewohnt lange spazierengegangen, während ich mein hirn ebenso stet gedankenberge rauf und runter jagte. beiläufig ist auch nette bilderbeute dabei rumgekommen. leider war ich mit meinen gedanken so beschäftigt, dass ich bei der rückfahrt mal wieder in falschen bus einstieg. in felsenfester überzeugung, ich bräuchte nur noch kurz vor der haustür aussteigen, wurde ich erst aufmerksam, als ich schon mitten in der großen stadt drin war. noch dazu an ziemlich abgelegener ecke, weshalb es entsprechend dauerte, bis ich von dort endlich heimfand. völlig verfroren - heute mittag schien so schön die sonne, darum hatte ich nur dicke strickjacke an. eigentlich wär mir jetzt nach ganz anderem, als noch mehr denken.

und warum willst du es dir dann antun?


weil die gedanken endlich sinnvolles muster zeigen. und sich des weiteren um eine kurzsichtiges herz drehen, an dem mir liegt. jenes stellt sich zwar grade an, als hätt es kein hirn, aber das ist ja kein grund, es dabei zu belassen.

bist du denn sicher, dass es was bringt, wenn du dir mal wieder kopf für andere mitzerbrichst?


vorrangig tu ich es für uns. was meinste, warum ich so lange brauchte, um das muster zu entdecken, das die jüngsten ereignisse erklärt? ist eines, mit dem ich in dieser form noch nie so nah zu tun hatte, weil meine sozialisation nun mal ganz eigene war.

was hat die denn mit den ereignissen der letzten tage zu tun?

sehr viel, wie mir heute klar wurde. aber nicht nur meine. im grunde genommen geht's um matriarchale grundsatzfragen, die sich an einer mutter-tochter-ähnlichen konstellation aufhängen. was mir jedoch heute erst bewusst wurde, weil ich nie auf die idee kam, die konstellation unter diesem blickwinkel zu sehen. kann es auch jetzt nur tun, weil die dinge sich anders einfach nicht erklären lassen. ich hab echt geackert - und logisch nachvollziehbar übriggeblieben ist nur ein einziges muster.

okay. wo willst du also anfangen?

bei der mum und mir. vielmehr bei der mum und uns, also dir und mir. sie kennt uns nämlich beide. das ist ein überaus wichtiger aspekt bei der ganzen sache. stell dir vor, als ich heute aufwachte, musste ich als erstes an sie denken. und egal, worüber ich im laufe des tages nachdachte - ich landete immer wieder bei ihr. sie ist so eine verdammt kluges weib. soviel respekt wie just nach diesem tag hab ich in meinem ganzen leben noch nicht für sie empfunden.

wie ist das möglich?

ganz einfach. sie war mir immer selbstverständlich. zu selbstverständlich, wie ich mittlerweile weiß. so sehr ich sie seit jeher liebe - ihre größe fiel mir tatsächlich erst heute in ganzer tragweite auf. nachdem mir nämlich angesichts der jüngsten erfahrungen klar wurde, worin diese besteht. du glaubst gar nicht, wie stolz ich auf sie bin. und wie dankbar, tochter eines solchen weibes zu sein.

dann erzähl mal, was so besonders an ihr ist.


sie hat herz, hirn und humor - und jede dieser gaben weit überdurchschnittlich. und rückgrat außerdem. ihre lebensgeschichte ist beinhart und gehört nicht hierher. dass sie so geworden ist, wie sie ist, zeugt gleichermaßen von einem wunder, wie auch von ihrer kraft und dem unbeugbaren willen, sich - komme, was da wolle - weiterzuentwickeln. weißt du, was sie im nächsten leben werden will? meeresbiologin. und nach dem, was sie in diesem leben alles schon geleistet hat und noch immer leistet, wird das der reinste erholungsspaziergang für sie.

hat sie dich denn nicht erdrückt mit solcher konfiguration?


oh nein, das tat sie nicht. natürlich ist sie starkes gegenüber, das einem höchstmaß an präsenz abverlangt, wenn's knallt. aber egal, wie sehr es knallt - ihre liebe steht über allem. angenommen, eines ihrer fünf kinder würde was ganz krummes anstellen - sie würde ihm/ihr den kopf waschen, dass es nicht mehr wüsste, ob es männlein oder weiblein ist. und dann würde sie es in die arme nehmen und sagen: so, liebelein, und jetzt lass uns zusammen schauen, wie wir da gold draus machen - da warten nämlich himmel und welt drauf, dass wir beweisen, dass das machbar ist. und: ich will, dass du glücklich bist und dafür tun wir jetzt was.


..... hellwache bald 70 - schdaak. :o)

aber ihr hattet doch auch viele reibungspunkte.

oh ja - heidenei aber auch. wo sie steht, da steht sie - und das sind, vielmehr waren manchmal sehr sehr eigenartige standpunkte. aber verstehst du - trotz unglaublich viel gefühl benutzt sie ihr hirn. spätestens, wenn man sie damit konfrontiert, dass sie es gerade eben nicht tut. ich erinnere einige kernsätze, die sie mir schon in jungen jahren mitgab und die mich ganz tief prägten. willst du sie hören?

klar - lass das rüstzeug vom stapel .....

okay. zum beispiel den: du bist klug und schön und stark - so wie du bist; sei gefälligst stolz auf dich und lass dich niemals als weniger wert behandeln. oder: mädchen müssen mehr leisten als jungs - schreib's dir hinter die ohren und komm mir nicht mit lächerlichem jammern; mit jammern stellst du dir lediglich armutszeugnis aus. auch: du hast verstand und du hast eine vagina - denken tust du mit dem verstand; vergiss das nie! dito: wenn du anderen standpunkt hast als meinen - mach ihn mir klar und wenn du kannst, überzeuge mich. und: wenn du etwas für richtig befindest, steh dazu, auch wenn die ganze welt dagegen ist. gleichsam: hintern kannste dir aber allein abwischen, hm? - geh nachschauen, wo steht, was du wissen willst und dann können wir drüber reden.

ganz schön harte bandagen.

ja - aber verstehst du, nur das training war hart, niemals jedoch ihr herz. bevor sie wieder heiratete, hatte sie viele jahre eine art pflegetochter, die in ihren ferien immer zu ihr kam. diese war damals schon eine junge frau und hatte bitterböse probleme - mehrfaches missbrauchsopfer. mit ihr schlug sie sich viele nächte um die ohren und wenn b. morgens völlig geschafft, aber innerlich wieder ein stück heiler und leichter ins bett fiel, fuhr die mum zur arbeit. und danach zu uns. als sie und ich uns die erste rede-nacht um die ohren schlugen, war ich neun. bis heute kommen viele menschen jeden alters zu ihr, um sich von ihr kopf und herz zurechtrücken zu lassen. sie interessiert sich für alles und verfügt über unglaubliche allgemeinbildung.

uiiiiiii .....


und das ist längst nicht alles. seit jeher hasst sie hausarbeit. also ging sie irgendwann, als die kinder nicht mehr ganz klein waren, trotz eigentlich ganz anderem beruf noch mal eben auf eine hauswirtschaftsschule. gemäß dem motto: ich lass mich doch nicht von meiner abscheu dirigieren. sie hasste typisch weibliche handarbeiten - also lernte sie nähen und strickte bergeweise socken und pullover. immer, wenn sie das gefühl hat, sie gibt entwicklungsabträglicher bequemlichkeit nach, wird sie aktiv. mit über 60 erfüllte sie sich einen traum und lernte saxophon spielen. neuerdings malt sie wundervolle aquarelle. riesengarten pflegt sie außerdem. und wenn sie nachts nicht schlafen kann, gibt sie sich klassik oder jazz hin. bis heute - in 2 jahren wird sie 70 - hält sie auf eleganz. sie lackiert sich die nägel, liebt schmuck und trägt hohe schuhe und freut sich reizend rotwerdend, dass ihr immer noch männer nachschauen.

weißt du was? angesichts all dessen wundert mich dein wirbeln auf so vielen ebenen kein bisschen mehr.

ich hab's nicht geklaut - weder den hohen anspruch ans selbst, noch die schaffens- und denkfreude. aber verstehst du jetzt, warum ich nie auf die idee kam, in irgendjemandem eine ersatzmutter zu sehen? ich habe eine wundervolle mutter, die mich schon seit jahr und tag als vollwertigen und ernstzunehmenden menschen behandelt, ihre muttertriebe auf liebevoll gepackte care-pakete und ratschläge wie "iss bitte äpfel wegen der lunge" beschränkt und noch nie davor zurückschreckte, mit mir über jedes thema zu reden, das gerade anstand. wie sagt sie öfter mal so schön: natürlich wirst du für mich immer mein kind bleiben, aber in erster linie bist du schon lange eine große frau, die ihr eigenes leben lebt.

was hat's denn mit dieser ersatzmuttergeschichte überhaupt auf sich? wo kommt das her, da du doch nie nach solcher suchtest?


es ist eine angetragene geschichte. natürlich nie laut und wie gesagt, meinerseits habe ich besagtes verhältnis auch nie so empfunden. für mich war es immer eine freundschaft ganz besonderer art zu einer frau, die ein paar jährchen nur älter ist als ich und ganz andere talente und stärken hat als meinereine. dass sie mir oftmals das gefühl gab, mich nicht ernstzunehmen, verbuchte ich unter verschiedenheit der charaktere. denn erstens bin ich selbstbewusst genug, trotzdem um meinen stand zu wissen und zweitens ist es nicht mein problem, wenn jemand gewisse dinge auf ganz andere weise wertet als ich. schon gar nicht ist solches maßstab für die herzlichkeit, wenn die fühlbar vorhanden ist. ich bin schließlich von klein auf an anderssein gewöhnt und auch daran, mein sein nicht von der meinung anderer abhängig zu machen.

und was hat sich jetzt auf einmal geändert, dass es dir neuerdings kopfzerbrechen bereitet?

die umstände haben sich geändert. und mit den veränderten umständen traten gewisse haltungsunterschiede krasser zu tage, als das bislang möglich war. versteh mich bitte nicht falsch - ich bin jenem menschen nach wie vor zugetan. aber weder bin ich gewohnt, über dinge, die mir wirklich wichtig sind, hinwegzusehen, noch darauf konditioniert, zuneigung und kritik voneinander abhängig zu machen. der mum hab ich auch nie was geschenkt, wenn mir was aufstieß - sie umgekehrt ebenfalls nicht. für mich gehört das zum konstruktiven umgang mit dem leben dazu, dass man deutlich wird, wenn was aufstößt.

aber besagter mensch ist nicht deine mum.

stimmt. trotzdem erwarte ich von jemandem, der format für sich beansprucht, dass er sich entsprechend benimmt. soll heißen, echten anliegen nicht ausweicht, indem er auf emotionale nebenschauplätze ausweicht und so fronten schafft, die inhaltliche auseinandersetzung unmöglich machen. und - mindestens eben so wichtig - grundsätzlich weiß, dass jeder einzelne nie aufhört, sich weiterzuentwickeln und neues zu lernen. dazu gehört selbstverständlich, dass man genau dort interesse mitbringt, wo man besonders fixierte haltung hat. ich meine, es gehört doch nun wirklich nicht viel grips dazu, zu erkennen, dass stagnation und persönliche entwicklung unvereinbar und andersdenkende beste anregung sind, sich selbst zu hinterfragen.

besagter mensch tut das nicht?

wenn man ihn fragt, würde er sicher abstreiten, es nicht zu tun. tatsächlich aber blockt er überall dort ab, wo seins aufhört und flüchtet sich in allgemeinplätze der art, dass die menschen nun mal verschieden seien. als ob das jemals zur debatte stehen würde.

demnach hat dieser mensch ganz andere erwartungen an gemeinschaft als du.

ja. was solange kein problem war, als er den rahmen der gemeinschaft nicht maßgeblich bestimmte. eben das ist aber neuerdings der fall. und ich habe festgestellt, dass ich unabhängig von der persönlichen beziehung kein interesse an flachem kaffeekränzchen habe.

nun, wenn sie sich nicht vereinbaren lassen, dann geht eben jede von euch ihren eigenen wege und gut. trotzdem möchte ich nochmal auf die mutterersatzgeschichte zurückkommen. wie kommst du darauf, dass es solche gibt.

darauf kam ich erst heute. zuerst sah ich nur zwei erwachsene menschen, die aneinandergeraten. und anfangs, als ich geschehenes revue passieren ließ, kam ich zunächst zu dem schluss, dass mein gegenüber destruktive absichten hat - nämlich in dem sinn, dass es mich gezielten absichten gefügig halten will. warum sollte jemand versuchen, freundschaften zu beeinflussen, straffe führung durchzuboxen und inhaltliche kritik als feindlichen akt zu interpretieren - wenn nicht, weil er freiheitsfeindliche machtinteressen hat? und welch größere genugtuung kann es für so jemanden geben, als sich freiheitsorientiertes wesen wie mich gefügig zu machen?

so gesehen logisch. setzt aber radikal destruktive haltung und sehr bewusste strategie beim gegenüber voraus. sprich, du hättest es in solchem fall mit ganz hartem brocken zu tun, der keinerlei skrupel kennt.

jepp. bei dem rückschluss bin ich heute auch gelandet. vielmehr bei dem, dass dies keinesfalls zutrifft. sie ist nicht so ein mensch, denn wäre sie ein solcher, hätten wir keine gemeinsamen jahre mit wie auch immer geartetem gegenseitigem vertrauen auf dem buckel. sie hat mir schon in mancher situation sehr geholfen - es gab tatsächlich eine längere zeit, da hatte sie tag und nacht offenes ohr für mich und war mir ganz großer halt. und eigentlich hat sie sehr geradlienige korrekte ansichten - nur, dass diese eben stellenweise recht betoniert sind. was aber keineswegs an machtgeiler intention, sondern an der persönlichen geschichte liegen dürfte. wenn einem lange zeit abgesprochen wurde, ernstzunehmender mensch mit eigenwert zu sein, neigt man irgendwann zur verfestigung, weil einem kompromisse wie zurückfallen in alte schwachposition vorkommen.

also kamst du zu welchem fazit?


ich kam zu dem schluss, dass sie mir tatsächlich wohlgesonnen ist, aber aufgrund ihres lebensweges nie wirklich mit freiem denken in berührung kam. jetzt, da es ihr in mir offener begegnet als bislang, befremdet es in seiner konsequenz so sehr, dass es als bedrohlich empfunden wird, mindestens aber als nicht nachvollziehbar. auf die ersatzmuttergeschichte kam ich deshalb, weil mir, als ich über die mum nachdachte, bewusst wurde, wie sich viele andere mütter ihren töchtern gegenüber verhalten. und plötzlich sah ich die parallelen. ich glaube nicht, dass es ihr wirklich bewusst ist, aber de facto hat sie genau das getan, was patriarchal angepasste mütter mit charakterstärke tun zu müssen glauben, um ihre töchter auf das ach so feindliche leben vorzubereiten.

nämlich was?

weiblichkeit auf's notwendige reduzieren; auf kontrolle setzen; pragmatismus zum goldenen weg erklären; verspieltheit als schwäche ansehen; sich weigern, tiefer zu sehen, als es der einmal gewählte weg zulässt; ausgrenzen, statt vertrauensvoll kommen lassen; innere bewandnisse als etwas sehen, das der einzelne diskret regeln muss, weil echtes öffnen als schwäche bzw. angriffsfläche empfunden wird; zwischen ernst und spiel strikt zu trennen; härte und stärke als identisch betrachten.

kein wunder, dass sie dich nicht ernstnehmen konnte, sondern als schutzbedürftiges wesen empfand.


ja. darum ist sie jetzt auch so überrascht über den angeblichen persönlichkeitswandel, den sie als verrat empfindet. sie hat meine stärke und bedingungslosigkeit nie gesehen, nur schwäche und buntes weibchentreiben. und weil sie sich scheinbar für nicht mehr interessiert, als das, was sie kennt, auch nie näher hingeschaut.

siehst du eine chance für euch, wieder zusammenzufinden?


natürlich. solche chance gibt es immer. die frage ist lediglich, inwieweit sie bereit ist, neues zu lernen und gewohntes zu hinterfragen. ohnedem wird es nicht gehen. sie bringt jede menge kompetenz mit. was fehlt, ist die einsicht und das vertrauen darein, dass ich ebenfalls welche mitbringe, obwohl ich so gänzlich anders bin als sie. und damit meine ich nicht die zeugnisse, die sie vor einiger zeit durchaus beeindruckten. ich habe schon viel von ihr gelernt und würde auch gerne weiter von ihr lernen. im gegenzug wünsche ich mir aber ebensolche bereitschaft. in sachen freiheit des denkens und mutigem vorgehen bin nämlich ich ihr voraus. und unterstütze darum kein system, das die angst zum maßstab von entscheidungen erhebt und echte lebensbelange als unzumutbaren tiefgang bzw. vernachlässigbares einzelinteresse abqualifiziert. geht einfach nicht.

liest sie hier?

derzeit ja - sie befürchtet üble nachrede. ein zeichen mehr, wie verfangen sie in ihrem bisherigen denkmuster ist. wäre sie nicht angstgelenkt, hätte sie diese befürchtung nicht. warum sollte ich so etwas dämliches tun, wenn es doch völlig kontraproduktiv zum anliegen meiner kritik steht. ist weder mein stil, noch liegt es in meiner absicht, ihr zu schaden. ganz im gegenteil - ich mag sie ja. aber sie ist halt nicht gewohnt, kritik und persönlichkeitsbelange voneinander zu trennen - ich brauchte ja auch ein paar tage, bis ich ihr gebahren im vertrauen auf gemeinsame erfahrungen anders einschätzen konnte, als ich es zunächst tat. die selbe leistung traue ich ihr grundsätzlich auch zu.

und wenn sie sich weigert und auf ihrem kurs besteht?


wäre zwar bedauerlich, aber auch in ordnung. jeder geht seinen weg so, wie er es für richtig hält. chancen sind keine pflicht, sondern gelegenheiten. und verpasste chancen kein drama und schon gar kein grund für pesönlichen groll.

was erwartest du denn jetzt von ihr?

gar nichts - wäre absolut vermessen und deplaziert. doch für mich persönlich wünschen tu ich mir, dass sie dort anfängt zu denken, wo sie bislang automatisch reagiert. sie empfand meine kritik als persönlichen angriff und zog darüber nicht mal im ansatz in erwägung, dass diese nicht auf zerstörung, sondern auf wünschenswerte tragfähigkeit und qualität hinzielte. diese ihre einschätzung macht sie an meinem tonfall fest. wenn die mum und meinereine uns je an solchem pillepalle aufgehalten und ihn zum maßstab unserer zuneigung erhoben hätten - keine von uns hätte je mehr gelernt, als dass die andere die böse und man selbst ungerecht behandeltes opfer ist. ist doch kein leben, solche plattitüde. gilt übrigens nicht nur für mutter-tochter-beziehungen, sondern für sämtliche aufrichtigen beziehungen. dass dem so ist, beweisen freundschaften, die sich nicht auf überschaubare lebensabschnitte beschränken.

na, mal gucken, was passiert. was machst du, wenn nichts passiert?

so oder so ist das ganze für mich hinweis auf erklärungsbedarf. wenn intelligente lebenserfahrene menschen den wald vor lauter bäumen nicht sehen, muss man ihn sichtbar machen. hat sie und haben andere für mich auf mir artfremden ebenen ja auch schon getan.


allein dieser text wird dir wieder den vorwurf einhandeln, du hättest zuviel zeit.


ziemlich unbedarfter vorwurf. für mich ist jeder tag arbeitstag. keiner von denen, die mir müßiggang vorwerfen, ist bereit, hintern aus bequemem fernsehsessel zu lupfen, um sinnvolleres zu tun. in jenem sessel beschränkt man sich auf "alles mist", "finde ich gut", "finde ich nicht gut" - mehr passiert dort nicht. und das 7 tage die woche. dieser text ist das ergebnis intensiver denkarbeit, allein mit tippen verbring ich mittlerweile 5 stunden. zeit, in der sich andere das gehirn mit werbung und flachsendungen wegspülen lassen. niemand ist verpflichtet, das hier zu lesen, also ist jeder unzumutbarkeits-vorwurf albernes zeug.

okay, also entdecken wir in nächster zeit freiheit, die wir meinen. tun wir ja eigentlich schon die ganze zeit, aber anscheinend noch nicht genug.


hmpf ..... immerhin haben wir sie heute soweit entdeckt, dass sie die vorstellung feindseligkeit ad absurdum führte. so jedenfalls empfinde ich es. die lösung - ob für uns allein oder auch mit anderen - liegt weder in harmoniesüchtelndem heititei oder gar sich beugen, sondern in echter auseinandersetzung. .... ich danke dir für's öhrchen, frau manati - und wünsch dir eine entspannte restnacht.

ich dir auch, liebes. mach, was du willst - meinereine geht jetzt gedankenlos baden ......

aufräumen

.
mönsch, liebes, bei dir reisst es aber auch nie ab, hm?

klägliches "nein, frau manati - nie" ..... und ich weiß nicht, was ich machen soll. also ahnen tu ich es schon. aber ganz ehrlich, mir geht's beschissen dabei. ICH HASSE ÖDIPUS!! der trifft immer so tief .....

okay. lass uns den dschungel durchforsten. wofür steht er an erster stelle?

für altlastige blockaden, defizitdenken und entsprechend geprägte dreiecksgeschichten.

eiwei. klingt nach back to the roots. fangen wir im hier und jetzt an: was ist akut deine größte pein?

dass ich mal wieder in seifenblase sitze. und nicht mal die behalten darf. alle kriegen und haben und suhlen sich darin und ich soll immer verzichten und zugucken und so tun, als würd's mir nix ausmachen. es macht mir aber verdammt noch mal was aus! ich will nicht mehr erbsen zählen müssen!

soviel zum defizitdenken. du hast dich eingerichtet in der seifenblase und jetzt, da du sie als solche erkennst und weitergehen angesagt ist, angst, auf trockenen erbsen sitzenzubleiben.

es war so schön. alles hat ungeahnt gepasst und harmoniert. ich hatte endlich das gefühl, ganz zu sein.

bist du sicher? hat wirklich alles gepasst oder hast du es dir nur passend gemacht? in dem sinn, dass du dich mit dem begnügtest, was du ergattern konntest - dem kleinen zipfel von der wurst.

ist wenigstens ein stückchen wurst und damit besser als gar nichts.

lass uns das pferd mal andersrum drehen. sonst kommen wir nämlich nicht aus der stelle. was ist die kernaussage von ödipus?

das: ungeachtet dessen, welche rolle man in der dreiecksgeschichte spielt - ob verräter, verratener oder dieb - spiegelt die rolle aller am dreieck beteiligten menschen die überzeugung wider, dass sie nicht alles haben können, dass sie schuldig und unwürdig sind und dass kein mensch ständige aufmerksamkeit verdient.

du aber hattest das gefühl, ganz zu sein dabei? wie kann das angehen?

ja, schon recht - relatives ganz in eng bemessenem carrée. kein echtes ganz, eher gerade soviel, dass ich nicht mehr dauernd das gefühl hatte, ganz unganz zu sein.

genügsamkeit, die sich als fülle ausgibt.

ja.

was willst du im tiefsten herzen wirklich?

ganz ganz sein. ich will alles. aber das krieg ich eh nicht.

hast du schon blick auf die zweite karte des tages geworfen, die helle? was bedeutet visionär?


bahnbrechend neues auf den weg bringen. transformieren, indem transzendenz als wesentliches erkannt wird. vollen einsatz und an vorderster front reiten.

also fassen wir mal zusammen. da sitzt also kleines mädchen über seinen hübschen murmeln und weint bitterlich, weil ihm plötzlich klar wird, dass es nur hübsche murmelsammlung und kein universum voller sterne ist. und hat schreckliche angst, dass es gar keinen himmel mehr hat, wenn es seine murmelsammlung liegen lässt, um den blick auf echte sterne zu richten. seh ich das richtig?


ja.

und das nennst du an vorderster front reiten und vision auf den weg bringen?

nicht wirklich.

ist dir eigentlich klar, dass du damit genau dort stehenbleibst, wo jene stehen, denen du von mehr zu erzählen versuchst?

wie meinst du das?

naja. sinnenfreude ist ja ganz hübsch und kurzweilig. manchmal sogar sehr hübsch und sehr kurzweilig. aber visionär war sie noch nie. was verbindet beispielsweise den mann auf den goldenen bildern und deine eine herzensfreundin?

dass sie sich von altem trockenholz befreien wollen, indem sie sinnenfreude suchen und dazu "meins" sagen.

und wie reagierst du darauf?

ich akzeptiere es als schritt auf ihrem weg, weiß aber, dass es mehr nicht ist. der himmel ist oben, nicht unten und keine noch so inbrünstige beschwörung ändert diese ordnung.

und was tust du, wenn du klammernd mit murmeln spielst?

das selbe. ich gebe ihnen bedeutung, die sie nicht haben. und vernachlässige darüber zwangsläufig das, was vollen einsatz verlangt.

okay. soweit wären wir also schon mal. erzähl mir von deinem himmel. was ist dir wirklich wichtig? so wichtig, dass du bereit bist, dafür vas banques zu spielen - unabhängig davon, wie es ausgehen mag.


das, woran ich glaube.

und woran genau glaubst du?

daran, dass ich eine besondere aufgabe habe. und dass diese an meine andere hälfte gebunden ist, weil ich sie ohne ihn nicht so erfüllen kann, wie es vorgesehen ist.

also geht's unterm strich tatsächlich nur darum, liebgewordene murmelsammlung in dem wissen zurückzulassen, dass es wichtigeres in deinem leben gibt?

ja.

bislang dachtest du darüber verlustlastig. gucken wir doch mal auf das, was du gewinnst, wenn du sie aufgibst. fällt dir dazu was ein?

zuerst mal ruhige nächte. ich könnte mal wieder guten gewissens früh schlafen gehen, weil ich sie mir nicht wahlweise mit spielen oder warten um die ohren schlagen würde. bekäme sicherlich den tagen.

soviel zum pragmatischen. was noch?

ich würde damit unleugbares signal setzen. für mich, für ihn, für andere.

was für ein signal?

prioritäten setzendes, das verantwortungsbewusstsein, tiefste verbundenheit und echtes vertrauen beweist. ein signal, dass sich über sämtliche illusionen hinwegsetzt, an denen man klammern kann.

klingt wie teil einer vision - DER vision.

ja, eigentlich hast du recht. der himmel beginnt direkt im hier und jetzt und bei mir.

was also hast du zu verlieren, wenn du schlussstrich unter das ziehst, was dich bremst.

temporäre kraftgaben, kurzweilige freude einerseits - lähmende unverbindlichkeit, kräftezehrende abhängigkeit und tanz auf unvereinbaren hochzeiten andererseits.

und was zu gewinnen?

konzentration, kräftebündelung, klare ausrichtung und selbstbewusstsein, das freiem entschluss erwächst.

fühlst du dich noch immer wie erbsenzählerin, für die aschehaufen angemessen ist?


nein. ich will mehr. nämlich alles. also geb ich alles.

okay, dear. und jetzt gehste an deinen briefkasten, guckst, ob der dämliche bescheid endlich da ist und regelst heute noch die banalformalitäten.

hmpf .....

traumbilder

.
was ist los mit dir? du siehst schlimm aus .....

tach, frau manati. ich hab kopfweh. und mindestens eine tonne auf der brust.

ich seh nix. wieso kopfweh? du hast nie kopfschmerzen.

weiß ich, aber heute schon. fühl mich, als hätte mich jemand durch mangel gedreht.

jemand? wer?

niemand externes - bin meine eigene mangel. letzte nacht dachte ich noch, ich könnte es auffangen. seelchen war wohl anderer meinung. boah, hab ich geträumt!

gestern was getrunken?

nein, nur tee. es sind die innenbilder, weißt du.

was sind das für bilder?

in erster linie zu viele. und zu farbkräftige. wie auf trip - sie knallen aufeinander, zersplittern und überlagern sich, wirbeln rum und lösen panik aus, weil ich sie nicht geordnet kriege. nimmt mir die luft und lässt mich ganz winzig fühlen.

wenn du sie zu fokussieren versuchst, erkennst du sie dann?

ja. aber sie sind verschlüsselt. kommen ganz harmlos daher, lösen aber angst aus. kannst du dir vorstellen, dass man vor daisy und mickymaus angst hat?

ja. ich fand sie nie sehr freundlich. hast du von denen geträumt?

unter anderem. da war auch ein kleiner goldener engel. der war so hübsch. er lag zusammen mit vielen wohlstandseinkäufen auf dem autodach. waren nicht meine einkäufe, sondern die vom früheren gefährten. er stand neben mir, und ich weiß nicht, warum wir uns dort auf dem parkplatz trafen. er lachte. ich sah nur den kleinen engelanhänger. er war ganz winzig, aber perfekt ausmodelliert. mit einem glitzerkrönchen auf seinem kopf - kein heiligenschein, sondern ein ganz winziges krönchen, das wie ein lichtfunken auf seinem scheitel aussah. er war in zarten runden draht eingefasst, an dem eine öse hing. in einem ganz kleinen durchsichtigen schächtelchen lag er wie zufällig zwischen dem ganzen grobzeug. ich sah ihn und wusste plötzlich, dass er zu mir wollte. das ganze andere geraffel hab ich nicht erkannt - war einfach nur teures zeug ohn bedeutung. weil der engel so lieblos dazwischenlag, nahm ich an, dass er nicht echt ist - nur so eine art werbegeschenk. darum dachte ich, ich könnte ihn vielleicht kriegen und fragte möglichst beiläufig, ob ich ihn haben dürfte. er schien einen moment zu überlegen, schaute mich dabei an, dann lachte er, als hätte er ganz besondere idee und sagte: nein, den kriegst du nicht. da fühlte ich auf einmal ganz schrecklich traurig.

wir wollten uns mit seinem kollegen in dessen wohnung treffen. den kannte ich gar nicht, aber ich glaube, er war sehr nett. irgendwie anders. in seiner wohnung gabs eine dusche, deren vorhang an einem alten gartenzaunsegment befestigt war, das er irgendwie improvisiert angebracht hatte. das gefiel mir. er war ein ganz stiller und die einkäufe darum umso lauter. ich wollte unbedingt duschen, weil ich dauernd an den kleinen engel denken musste und so traurig war. keine ahnung, warum, aber es schien das einzig mögliche zu sein, das ich tun konnte. ich lief nackt durch die wohnung, weil ich mich wieder sicher fühlen wollte. da war es aber auf einmal nicht mehr die kollegenwohnung, sondern die vom früheren gefährten. trotz gartenzaundusche. das machte alles noch schlimmer, weil es wie betrug war: es sah richtig aus, war aber ganz falsch.

dann kam er ins bad. mit nacktem oberkörper. und ich sah lauter angefangene tatoos auf ihm. sowas hatte er nie. es waren sehr merkwürdige tatoos - nur die konturen und hie und da bisschen farbe. auf dem rechten oberarm mickymaus, die auf einem motorrad richtung ellbogen fuhr. überm solarplexus konnte ich eine rosa daisy erkennen. auf dem linken arm war auch was angefangenes. weiß nicht mehr was, aber es war was ganz anderes, was in unerklärlichem widerspruch stand. mickymaus? fragte ich ihn. er lachte und erzählte mir, das es eines der wenigen ganzkörpertatoos werden soll, die von anfang an als solche angelegt ist - einzigartiges kunstwerk.

kunstwerk mit mickymaus?

ja. ich habs auch nicht verstanden. konnte mir beim besten willen nicht erklären, wie dieses ganzkörperkunstwerk werden soll und was er sich dabei dachte. man muss sich doch etwas denken bei sowas - geht doch gar nicht anders, oder? er hat es mir nicht erklärt, irgendwie schien ihm nur wichtig zu sein, dass er etwas kriegt, was sonst keiner hat. da kam auf einmal die angst. und mit der angst die wut. ich hab nichts gesagt, weil ich sonst hätte schreien müssen: du nagelst dir für ein vermögen mickymaus in die haut, und mir verweigerst du den kleinen engel, an dem dir gar nichts liegt?! hätte nichts genutzt, er hätte es nicht verstanden, mir nur unterstellt, dass ich ihm seine möglichkeiten neide, weil ich es selbst zu nichts bringe. das wollte ich nicht hören, also schwieg ich.

und dann?


bin ich aufgewacht - voll wut und angst und hilflosfühlen. und dann kamen all die wachbilder dazu - das sind noch unendlich viel mehr. aber sie hängen alle mit dem traum zusammen, sind mit ihm verknüpft. und ich krieg sie nicht sortiert. keines ist wirklich bedrohlich. am schlimmsten ist, dass die, die mich ganz tief berühren - so, als wären sie meine - mir am meisten angst machen. bisschen wie der schneewittchenapfel, der so wunderschön glänzt, aber giftig ist. das verwirrt mich schrecklich.

magst du von den wachbildern auch erzählen?

nicht in einzelheiten. ich werde jemanden verlieren. eigentlich hab ich ihn schon verloren. weiß nicht genau, wann es passierte, aber es ist passiert. vielleicht finden wir uns irgendwann wieder neu, aber bis dahin wird uns nur noch erinnerungsband verknüpfen.
außerdem traf ich eine spinne wieder. sie ist ziemlich albern und ein bisschen größenwahnsinnig, was aber kein wunder ist. wenn man den ganzen tag nur lauernd am rand von seinem netz sitzt, sieht man nicht allzuviel von der welt. und wenn das eckchen, in dem das netz gespannt ist, ein ruhiges ist, hält man es irgendwann automatisch für die welt und sich selbst für mächtiges wesen. nicht wirklich wichtig, weil nur eine von vielen eingebildeten spinnen.
und ich wurde an einen film erinnert. einen, den ich vor jahren in falscher gesellschaft sah. damals ertrug ich ihn nicht, weshalb ich ihn schon nach kurzer zeit hingucken verweigerte. ich kann sehr vehement verweigern - und geschichten darum weben, die keinen aufschluss über die eigentlichen gründe dafür geben. gibt nur sehr wenig augen, die durch sie hindurch schauen.

wie geht's dir jetzt?

besser. viel besser. weißt du, es ist so: ich kann die intensität der bilder bzw. meines fühlens nicht vermitteln. zu sagen, dass etwas intensiv ist, vermittelt nämlich gar nichts. andere nehmen bilder anders wahr. sie scheinen zwischenfilter zu haben, die ich nicht im selben maß habe. früher dachte ich, ich sei ein extrovertierter mensch mit üppiger phantasie. mittlerweile sehe ich mich anders.

wie siehst du dich hier und jetzt?

ich bin ein introvertierter mensch, der das glück hat, überdurchschnittlich kontaktfähig zu sein. meine wahrnehmung und verarbeitung hat autistische züge - nicht eben knapp. aber ich kann mich ausdrücken. darin liegt segen.

inwiefern? was hast du davon?

der schlüssel sind die bilder. indem ich sie male - wie auch immer - bewältige ich die intensität, in der sie auf mich einstürmen. so wie eben. bis ich anfing zu schreiben, fühlte ich mich wie strohhalm im meer - uferlos verloren. ich muss die bilder malen, damit ich sie anschauen kann. erst in dem moment trete ich soweit aus ihnen heraus, dass ich nicht mehr hilfloser bestandteil von ihnen bin. wenn ich es nicht tue, schlucken sie mich. nur darum bin ich so emsige bildermacherin - eine frage von leben versus überleben.

und was haben andere davon?


es öffnet ihnen türen zu dingen, die sie ahnen, aber aufgrund anderer wahrnehmung und anderen erlebens nicht in form fassen können. sie sind nicht wie ich gezwungen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

vielleicht brauchen sie solche auseinandersetzung ja gar nicht. warum glaubst du, dass es sinnvoll ist, sie ihnen trotzdem anzutragen?

weil sie sie brauchen. am meisten dann, wenn sie glauben, dass sie sie nicht brauchen. klingt paradox, ist aber so. nur kommt man an echte verweigerer nicht wirklich dran. ist wie mit magersüchtigen - sie brauchen dringend nahrung, finden aber weg, diese zu verweigern. man kann sie vorübergehend zwangsernähren, aber das löst das verweigerungsproblem nicht. bei erster gelegenheit setzen sie ihr nicht-leben-wollen konsequent fort.

was bist du?

danke, dass du nicht fragst, wer ich bin. das weiß ich nämlich schon lange. die viel interessantere frage ist tatsächlich, was ich bin. ich bin eine von vielen grenzgängerinnen. es gab und gibt sie überall auf der welt. sie vermitteln zwischen verschiedenen reichen. und haben je nach kulturkreis unterschiedliche bezeichnungen. sie können selten erklären, was sie tun, denn ihr tun ist ganz eng mit ihrem sein verknüpft. sie sind das, was sie tun und tun, was sie sind.

das zeichnet sie aus, oder?

jein. sie stehen nicht über irgendetwas oder jemandem - wenn das mit auszeichnen gemeint ist. sie sind anders als die meisten, ja. aber nur von ihrer beschaffenheit her. ob sie ernstgenommen und geachtet werden, hängt sicher ein bisschen mit der art und weise zusammen, wie sie in der lage sind, brücken zu bauen. mehr aber hängt es vom umfeld ab. dieses entscheidet über achtung und missachtung. wenn es sehr blind ist, sieht es die andersartigkeit als feindlichkeit und bedrohung an. wenn es vernunftzugänglich und offen ist, erkennt es deren wert für's eigene dasein. nicht der grenzgänger entscheidet über seine position. er folgt unabhängig von diesem nur seinem job. mal mehr, mal weniger nachvollziehbar für andere.

kannst du deinen job nachvollziehen?


ja. immer und überall. ich kann ihn nur nicht immer so ausführen, wie mein ego es gern täte. also im sinne von effizienz und zielorientiertheit. eben weil beträchtlicher teil davon die transformation im innen ist. ich muss die bilderintensität ertragen, verarbeiten, verstehen und erst dann kann ich überlegen, wie ich sie didaktisch aufbereite. während schon wieder neue bilderflut schwappt. das verankert mich so tief im jeweiligen hier und jetzt, dass ich dir heute nicht sagen kann, was mich vorgestern bewegte. ist auch uninteressant, weil konserve keinerlei stellenwert hat. von mir gibt es nie anderes als momentaufnahmen, allenfalls große reisen und verinnerlichte gefühle hinterlassen erinnerung.

faszinierend. erklärt auch ein anderes detail, das du neulich mal erwähntest. erinnerst du dich, als du zu versacken versuchtest? du sagtest anschließend, dass du vermutest, bären in der ahnenlinie zu haben.

ja. ich kann mich nicht wirklich betrinken. also ich kann schon, aber es wäre gewaltakt wider mein innerstes wollen. trotzdem vertrag ich nicht eben wenig und behalte nicht mal kopfschmerzen zurück. irgendwas in mir absorbiert innerhalb kürzester zeit. was aktionen wie die neulich ziemlich sinnlos macht. früher war das nicht so ausgeprägt, aber auch da kams sehr selten vor, dass ich gefühl von zuviel hatte. und wenn dem mal so war, fiel ich nicht in komatösen schlaf, sondern wurde immer wacher in verbindung mit körperlichem schachmatt. macht echt keinen spaß so. als ich achtzehn war, sagte mir mal ein freund, ich sei naturbreit und bräuchte all das nicht, was anderen die innenfenster öffnet.

verstehst du deinen traum mittlerweile?


ja. kaum hatte ich ihn dir erzählt, verstand ich ihn. bis dahin nicht mal im ansatz. darum find ich's so gut, dass ich dir erzählen kann, frau manati. hilft mir jedesmal beim ordnen und verstehen.

wie sieht's in deinem kühlschrank aus?

gut, dass du mich erinnerst - ich muss dringend noch einkaufen gehen. und vorher noch duschen. letzte nacht konnte ich nicht, weil zum ersten mal eine spinne in meiner wanne saß, und ich nicht einig mit mir wurde, ob ich sie retten oder durch den abfluss spülen soll.

sie sitzt also noch drin? was wirst du tun?


sie hat pech - so oder so. ist eine von diesen zitterspinnen. die überleben nur im haus, also hätte sie draußen derzeit eh keine chance. weißt du noch, dass wir mal eine in der wohnzimmerecke hielten - aus mitleid, weil es muttertier mit sorgfältig bewachtem kokon war? nach paar wochen schlüpften sie .... lieber himmel, waren das viele! und einige zeit später erzählte schwesterchen, dass diese sorte nur harmlos grazil wirkt, tatsächlich aber für sehr viel mächtigere artgenossen gefährlich, weil überaus aggressiv ist. kein grund für umstand - sie wird gleich baden gehen. das ist nämlich meine wanne. woll.

na dann geh ich doch auch mal wieder plätschern. viel spaß unterm warmen regen.


und dir beim plätschergrasen, liebes ......

altlasten

.
Naa, Liebes - was treiben Seele und graue Zellen? Alles im Lot?

Naabend, werte Frau Manati. Yepp, alles bestens. Also so gut wie, aber das ist ja auch schon fast bestens, näwohr? Ich wachse grade angenehm ins Ferienhaben rein. Merk ich daran, dass sich Seele und graue Zellen zunehmend vereinen. Hatte grade langen Plausch mit Daddy. Seit einiger Zeit sammelt er diverse Beschwerlichkeiten. Aktuell sind's die Knie, die nicht mehr so recht tragen wollen. Und fast noch belastender ist ihm der unerklärlich zunehmende Druck auf der Brust.

War er schon beim Doc?

Alles durchleuchtet und ausgespiegelt, getestet und analysiert - gibt keine körperliche Erklärung dafür. Trotzdem spürt er sehr präsente Beklemmung.

Sie wird andere Ursachen haben.

Darauf kannst du ganz unfein einen lassen, dass es die hat. Aber das ist ganz heikles Thema. Man kann mit ihm über sämtliche Seltsamkeiten dieser Welt parlieren und anlässlich dessen nur über seine Offenheit staunen. Aber sein Seelen-Eingemachtes ist Tabu. Und auch für mich ganz unebener Boden.

Inwiefern?

Na, sagen wir mal so. Ich hab ihm längst verziehen. Aber offen über die Leichen der Vergangenheit wurde nie gesprochen. Zum einen, weil sie wirklich nicht eben klein sind, mehr aber noch, weil sie offiziell als endgültig und unwiderruflich begraben gelten. Vor allem seinerseits.

Was ist er für ein Mensch?

Schwierige Frage. Ziemlich reinblütiger Wassermann, der nichts mehr fürchtet als emotionales Verstricktsein. Klarheit ist ihm sehr wichtig, persönliche Souveränität noch mehr. Alles, was ihm dbzgl. bedrohlich erscheint, schüttet er umgehend mit rationalem Trockeneis zu und zieht sich dabei in unerreichbare Höhle zurück. Als gebranntem Kind in Sachen Emotionsüberdosis von außen sitzt dieser Wesenszug sehr tief.

Wie gehst du damit um?

Möglichst humorvoll und gelassen. Je distanzierter und beiläufiger ich Dinge zur Sprache bringe, desto geneigter hört er zu. Wir können über alles reden - nur nicht über uns und unsere Geschichte. Vielmehr die Geschichte des Familiengefüges. Obwohl wir uns hie und da schon leise aus der Periphärie rantasteten. Aber dabei ging es immer um die Beziehungen der anderen untereinander - nie um die seinen.

Und du kannst es nicht zur Sprache bringen?

Nein, jedenfalls noch nicht. Seine Schotten würden sofort runtergehen. vielleicht nicht äußerlich - er ist sehr lufttrainiert wendig - aber innerlich. In gewisser Hinsicht ist er das empfindsamste Glied in der Familienkette. Obwohl und weil er sich als das gröbste verhalten hat. Da steht verdammt großes Schuldpäckchen im Raum. Vielmehr lastet es auf seiner Brust. Seltsamerweise hab ich das Gefühl .....

Ja? Was für ein Gefühl hast du?

Dass ich den Schlüssel habe, ihm zu ermöglichen, es abzulegen. Jedenfalls den Hauptschlüssel. Mist, dauernd stellt sich mein-kata über die Tasten. Macht er sonst so gut wie nie. Aber jetzt musste ich schon zum zweiten mal löschen. Erst waren es drei Reihen y, eben ganz viele w.

Soso, y und w ..... sagt dir das was?

Ja. das y bin ich und es stehen ganz viele w-Fragen im Raum.

Siehst du eine Möglichkeit, ihm den Schlüssel zu geben?

Schwierig. Am Telefon nicht. Da kann ich höchstens so wie vorhin kleine Zündschnur legen.

Hast du gemacht? Wie?

Naja, als er mir von dem Druck erzählte und davon, dass keine Ursache gefunden wird, erwähnte ich unglaublich beiläufig, dass dann wohl seelische Ursache naheliegt. Es gab eine unmerkliche Atempause am anderen Ende, dann lachte er unverbindlich und antwortete mit irgendeinem Allgemeinplatz.

Wie hast du darauf reagiert?

Sofort die persönliche Ebene verlassen - also die, welche ihn betrifft. Und möglichst unbefangen eine Geschichte erzählt, wo es um vieles, unterschwellig aber darum ging, was seelische Pein alles auslösen kann. Und warum das so ist und sein muss. Darauf konnte er dann wieder ganz offen eingehen.

Du meinst, das reicht als Impuls?

Vorerst ja. Vergiss nicht, er ist ein waschechter Wassermann. Es wird in ihm arbeiten. Und nicht nur das, sondern in dem Zusammenhang auch die Erkenntnis, dass ich ihm sehr offen und zugetan begegne. Und das schon sehr lange. Dito schätzt er meinen Kopf - ungeheuer wichtig bei ihm. Es wird ihn berühren, ohne dass er das Gefühl hat, es würde ihm angeklebt

Kannst du ihm nicht einen Brief schreiben?

Nein. Ich glaube nicht, dass das sinnvoll wäre. Mehr als nur Impuls dringt erst durch, wenn er es seinerseits zulässt und wünscht. Ich sollte im Frühling mal hinfahren. Ja, ich denke, das wäre eine gute Idee. Bis dahin hat er genug Zeit, um sich das ein oder andere zu vergegenwärtigen.

Und wie stellst du dir das dann vor?

Daddy und meinereine werden vorm offenen Kamin zusammen Whisky trinken. Und anlässlich dessen sehr angeregt und kein bisschen triefend plaudern. Die Mum müssen wir zu diesem Zweck irgendwie anders beschäftigen, sonst funkt sie gefühlslastig dazwischen.

Whisky??? Du verabscheust Whisky!

Na und? Er liebt Whisky. Große Ziele verlangen großen Einsatz. Ich werd ihn sogar mitbringen. Und dann machen wir ihn nieder. Und werden uns am nächsten Tag gemeinsam die Mum-Litanei über die teuflischen Gefahren des Alkohols anhören - mit dickem Kopf. Sowas verbindet ungemein.

Du meinst, das funktioniert?

Ja. Zumindest ist es der einzige Weg, von dem ich weiß, dass er ihn mitgehen würde. Alles, was ich brauche, ist ein tragfähiger Rahmen, in dem ich ihm sagen kann, was gesagt werden muss.

Nämlich?

Dass ich ihm lange schon verziehen habe, was es zu verzeihen gab. Und im übrigen dankbar bin für das, was er mir mitgab - ohne dass er es beabsichtigt hätte. Dass er ein guter Lehrer war, weil ich ohne sein Zutun nicht so stark und denkfreudig hätte werden können, wie ich bin. Mehr als alle anderen hat er mich Unabhängigkeit und nüchterne Sicht gelehrt. Dito den Blick für's Verborgene. Er ist sich dessen nicht bewusst, obwohl ich es schon öfter andeutete. Hab ich an seiner erstaunten Reaktion letzten Sommer gemerkt.

Du redest gern mit ihm?

Ja, sehr gern. Man muss sich mit ihm nicht durch Sumpf durchkämpfen. Beide haben wir größtes Vergnügen daran, Dinge so lange zu sezieren, bis reine Essenz übrigbleibt. Und genießen es, wenn das Gegenüber dabei mitgeht, ohne auf uneffiziente Nebenschauplätze auszuweichen.

Wie kommt es, dass er früher so anders war?

Er hat sehr gewaltsame Kindheit erlebt. Familienbelastet, aber auch kriegsbedingt. Und sich darüber selbst erzogen. Da war niemand, der ihm hätte Weg zeigen können, welcher ihm gerecht geworden wäre. Daraus erwuchs große Menschenverachtung. Was er sich selbst nicht zugestand, ließ er auch bei keinem anderen zu. Wie es eben so ist, wenn Überleben zum Lebensinhalt wird. Erst seit ca. 20 Jahren entdeckt er andere Wirklichkeit. Genau genommen, war Juniors Geburt der Auftakt dazu.

Dein Sprössling? Was hatte er mit ihm zu tun?

Nichts. Aber er beobachtete sehr genau. Wir haben nie darüber gesprochen, aber seitdem veränderte sich seine Haltung mir gegenüber. Er beobachtete, wie ich einem nicht unkomplizierten Gefährten anhaltend zur Seite stand, mich beruflich behauptete und mein Kind allen Widrigkeiten zum Trotz anders erzog, als er es je erlebt hatte. Und wie besonderes letzteres Früchte trug. Dass ich all das auf mich allein gestellt tat, ohne je zu jammern, hat ihm imponiert. Dito die Unbefangenheit, mit der ich sogar seine nicht gerade unbeträchtliche Vorstellungswelt sprengte.

Klingt, als wäre Whisky tatsächlich angemessener Weg.

Sag ich doch. Fakt ist, dass dieses Gespräch unumgänglich ist. Er ist alt geworden, und diese Dinge wollen noch beizeiten bereinigt werden - so, wie sie auf ihm lasten, kann er, wenn es ansteht, nicht befreit gehen.

Okay, halten wir also fest: Im Frühling wirst du eine Reise durch Zeit und Raum tun. Bis dahin wird er ja wohl noch durchhalten.

Davon geh ich aus. Mögen die Knie auch nachgeben, sein Geist ist wacher denn je. Und nachdem all die Gesundheitschecks grünes Licht ergaben, stehen ihm vermutlich noch einige Jährchen zur Verfügung. Ich möchte, dass er sie unbelastet erlebt.

Dann machen wir das so.

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Ich stimme deiner Vermutung zu! Und ich find es manchmal...
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:~) Oder am WE vis a vis :~)
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wäre vielleicht wirklich das beste. nur bitte...
Sun-ray - 8. Jul, 22:17
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unglaublich - jetzt spielt dieser unbekannte mensch die...
Sun-ray - 8. Jul, 21:47
klar
. es hat abgekühlt. und geregnet. ganz klar ist...
Sun-ray - 8. Jul, 21:45
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ach, könntst mich ja mal beißen lassen ja,...
eisenia - 8. Jul, 21:18
Wie wärs denn mal...
Wie wärs denn mal mit Telefon, liebe Sunray ? :~)
sa_e_touran - 8. Jul, 21:16
und für den fall,...
und für den fall, dass du nicht verstehst, was...
Sun-ray - 8. Jul, 20:58
Hmmm ... vielleicht doch...
Hmmm ... vielleicht doch mal Telefon ?
sa_e (anonym) - 8. Jul, 20:57
schade, dass du es nur...
schade, dass du es nur unter dem ego-gesichtspunkt...
Sun-ray - 8. Jul, 20:43
wieder daaa ..... jajajaaaa...
wieder daaa ..... jajajaaaa ..... giggel und unterbreite...
Sun-ray - 8. Jul, 20:23
Schade, meine Liebe,...
Schade, meine Liebe, daß Du auf sowas hoffst. Nicht,...
sa_e_touran - 8. Jul, 20:15
wieder da! wie schön! ich...
wieder da! wie schön! ich drück dich! deins. freude...
eisenia - 8. Jul, 19:47
ich verlier die hoffnung...
ich verlier die hoffnung nicht, dass du es irgendwann...
Sun-ray - 8. Jul, 19:38
war auch nicht wirklich...
war auch nicht wirklich gut - aber das dafür voll...
Sun-ray - 8. Jul, 19:37
Was Du immer aus meinen...
Was Du immer aus meinen Ausrufezeichen machst ... Ist...
sa_e_touran - 8. Jul, 18:57
Oh wie schön - Du...
Oh wie schön - Du lebst wieder. Das hat ja gestern...
steppenhund - 8. Jul, 15:52

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Dieses Blog ist eine private Seite, auf der ich meine kreativen Ergüsse sammle. Ähnlichkeiten mit tatsächlich existierenden Personen und / oder Gegebenheiten sind darum rein zufällig und nicht beabsichtigt. Das Veröffentlichen und / oder Weiterreichen hiesiger Texte und Bilder ohne ausdrückliche Genehmigung meinerseits ist gemäß §52a UrhG verboten und somit strafbar.
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Zuletzt aktualisiert: 8. Jul, 22:51

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